Hassel l Wie der Landkreis Stendal informiert, wurde „der Antrag auf Genehmigung der Errichtung und des Betriebes von 1 Windkraftanlage in der Gemarkung Hassel (...) seitens der Vorhabenträgerin mit Datum vom 11. Januar (...) zurückgenommen“. Alle, die im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung Einwendungen erhoben haben, hätten bereits einen Bescheid darüber erhalten. Die Einwender Kay Lindemann aus der Gemeinde Hassel sowie Wilfried Raup, der Vorsitzende der Naturfreunde Wischer, bestätigen dies. Beide zeigten sich am Dienstag auf Nachfrage der Volksstimme erfreut ob der Nachricht, dass das FEFA Ingenierbüros für regenerative Energien Stendal das avisierte Windrad aufgibt. „Wir wollen aber im Rahmen der Auslegung trotzdem noch Hinweise und Bedenken in Bezug auf den Plan äußern“, kündigt Lindemann an. „Wir werden weiterhin wachsam sein“, sagt auch Wilfried Raup. Auch, was die Möglichkeit des so genannten Repowerings in ausgewiesenen Windgebieten betrifft. „Aber erstmal haben wir ein Ziel erreicht“, so Raup.

An besagter Windkraftanlage hatte sich in der Verbandsgemeinde eine generelle „Windkraftanlagen-Diskussion“ entzündet, die in einem Bürgerantrag samt Unterschriftensammlungen gipfelte. Wilfried Raup, Hasseler Ratsmitglied und Vorsitzender der Naturfreunde Wischer, die sich an die Spitze der Windplan-Gegner stellten, hatte im Gemeinderat Hassel die nötigen Unterstützer gefunden, um die Beschlussvorlage einzubringen. Der Beschluss gegen die Erweiterung des bestehenden Gebietes ging mit knapper Mehrheit durch, wobei das FEFA-Büro Raup kritisch als befangen eingestuft hatte, was von Seiten der Verbandsgemeinde aber nicht so gesehen wurde. Der Verbandsgemeinderat hielt sich hiernach an sein „Versprechen“, sich in Bezug auf den den Sachlichen Teilflächennutzungsplan Wind an den Wunsch der Gemeinde zu halten und legte den 3. Entwurf nun ohne das Hasseler Erweiterungsgebiet aus.

Mit dem Entwurf nach jetzigem Stand bleiben die bestehenden Windparks Sanne/Arneburg sowie der „Petersmarker Zipfel“ (von Erxleben rüber) unverändert, ergeben sich Änderungen nur in Bezug auf das Gebiet Baben/Bertkow/Krusemark, das um „Altenau“ erweitert wird.

Bewegung wird es am Windradhimmel trotzdem geben. Etwa dadurch, dass Windräder, die heute außerhalb von Eignungsgebieten stehen, verschwinden müssen, was der Windplan auch festhält. Oder dadurch, dass Anlagen repowert, das heißt unter bestimmten Bedingungen erneuert und dabei erhöht werden. Mit Stand von Mai 2018 drehten sich in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck laut Auskunft des Landkreises Stendal 118 Windräder. Fünf weitere waren für das Erweiterungsgebiet Altenau in Planung und ein weiteres zwischen Wischer und Sanne – das ist ja jetzt passé ist. Susann Schwarzlose, Geschäftsführerin des FEFA Ingenieurbüros, war am Dienstag nicht erreichbar.

Der 3. Entwurf des Windplans liegt noch bis zum 18. Februar öffentlich im Rathaus Arneburg und im Verwaltungsamt Goldbeck aus.