Krumke l Dass ein Vorentwurf des zukünftigen Osterburger Flächennutzungsplans in Krumke Gebiete zur Wohnbebauung auswies, ließ bei einigen Einwohnern des Dorfes die Alarmglocken klingeln. „Viel zu frühzeitig“, ist Bürgermeister Nico Schulz überzeugt. Schließlich sei das Verfahren zur Aufstellung des Plans faktisch erst den Kinderschuhen entwachsen. Und die fest anvisierte mehrfache Beteiligung der Öffentlichkeit erst für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen.

Weil in Krumke aber Befürchtungen die Runde machten, es könnte ein groß dimensioniertes neues Wohnquartier entstehen und das Thema die Bevölkerung des 161-Seelen-Ortes in zwei Lager geteilt hat, bat Schulz, selbst Krumker, am Mittwoch zur Bürgerversammlung. Im Kavaliershaus zeigte er auf, dass die anfängliche Idee einer durchgängigen Wohnbebauung der östlichen Böttchersteig-Seite sowie einer Bebauung der Parkstraße am westlichen Dorfrand vom Tisch ist. Wie im Vorfeld bereits mit dem Dorfverein besprochen, stellte Schulz nun als mögliche Optionen eine Bebauung am südlichen Ende des Böttchersteiges (insgesamt rund 0,5 Hektar) oder ein ebenfalls 0,5 Hektar großes Areal auf der südlichen Seite der Schlossstraße vor. Letzteres kristallisierte sich in der Diskussion deutlich als die Variante heraus, die die Einheitsgemeinde weiter verfolgen soll. Zumal auch Krumker, die aus Sorge um das Dorfbild und den Charakter ihres Heimatortes am liebsten gänzlich auf Wohnbebauung verzichtet hätten, sich nach eigenen Angaben mit der Alternative Schlossstraße arrangieren können. Zum Konsens gehört, dass die bis zu fünf Eigenheime nur in Einzelbebauung, eingeschossig und dem Dorfbild angepasst errichtet werden sollen. Diese Präzisierung ist zwar nicht Bestandteil eines Flächennutzungsplans, soll nach Zusicherung von Nico Schulz aber für die perspektivische Bebauung vorgemerkt werden. Einigkeit herrschte schließlich auch darüber, dass das Krumker Ortsterritorium im Flächennutzungsplan als Dorfgebiet ausgewiesen werden soll, um ansässigem Handwerk und Co nicht das Leben zu erschweren.

Einwohner äußerten sich im Nachhinein zufrieden mit der Versammlung. Es sei wichtig gewesen, das strittige Thema auszudiskutieren und den Graben zwischen den Lagern zuzuschütten, um zur eigentlich gewohnten Gemeinschaft des Dorfes zurückfinden zu können.

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