Osterburg l 13,3 Hektar. So groß ist die Fläche, die im aktuellen Entwurf des Flächennutzungsplans der Einheitsgemeinde Osterburg als potenzielles Bauland ausgewiesen wird. Obwohl die Bevölkerungszahl seit der politischen Wende im Herbst 1989 kontinuierlich Jahr für Jahr schrumpft. Die großen Vermieter Wohnungsgenossenschaft und -gesellschaft bleiben auf leerem Wohnraum sitzen, ungenutzte Gebäude im Stadtgebiet sowie den Dörfern dämmern einem ungewissen Schicksal entgegen.

Trotzdem plant die Einheitsgemeinde neues Bauland. Macht das Sinn? „Ja, ganz bestimmt“, ist Nico Schulz (Freie Wähler) überzeugt. „Denn es gibt schon heute großen Bedarf an Bauland für Eigenheime. Und diese Flächen sind bei uns Mangelware“, begründet der Osterburger Bürgermeister und fügt hinzu: „Da muss man sich bloß mal mit einheimischen Maklern in Verbindung setzen und sich erkundigen, wie es um die Nachfrage bestellt ist.“ Für Schulz sei dies trotz der Vielzahl an leerstehenden Appartements in Osterburg keine große Überraschung, „denn längst nicht jeder, der etwas für sich und seine Familie sucht, wünscht sich einen Altbau in der Innenstadt oder eine Wohnung in einem Neubaublock. Und bevor wir diese Interessenten womöglich an Wittenberge, Seehausen oder Stendal verlieren, sollten wir selbst Möglichkeiten für den Bau neuer Eigenheime schaffen“, sagt er.

Wie im Osterburger Norden, wo laut Flächennutzungsplan perspektivisch bis zu 100 weitere Wohnhäuser gebaut werden sollen. Konkret könnten an der Krumker Straße, am Arendseer Weg, südlich vom Roggenworth sowie westlich von Am Mühlenberg neue Eigenheime entstehen. Abseits vom Norden ist in der Stadt mit Flächen an der Werderstraße lediglich an ein weiteres Gebiet für eine perspektivische Wohnbebauung gedacht.

Mit einer Fläche, die zusammengefasst rund zehn Hektar groß ist, liegt der Schwerpunkt der Osterburger Wohnbebauungspläne eindeutig in der Kernstadt. Zudem sind aber auch mehrere Dörfer berücksichtigt. Nach dem Entwurf des Flächennutzungsplans ist an Wohnbebauungsflächen in Krumke (Schlossstraße), Ballerstedt (Triftweg), Düsedau (Westseite Calberwischer Straße), Calberwisch (Lohmannsweg gegenüber der Dorfstraße), Erxleben (östliche Seite Osterburger Straße, südliche Neue Schulstraße), Gladigau (südliche Schulstraße, Boocker Straße, Dorfstraße), Königsmark (westliche Seite Am Mühlenberg), Krevese (Nordseite Dequeder Weg zwischen Polkerner Weg und Wald), Dequede (südlicher Ortsausgang), Polkern (nordwestliche Dorfstraße), Meseberg (östliche Dorfstraße bis Ortsrand) und Walsleben (westlich des Goldbecker Weges) gedacht.

Abseits davon sind laut dem Flächenplan-Entwurf aber auch Lückenschließungen innerhalb der Ortslagen möglich. Soweit die Überlegungen der Einheitsgemeinde, die ursprünglich noch deutlich größer ausgefallen waren. Nach Rücksprache mit dem Landesverwaltungsamt, das auf die demografische Entwicklung der Region verwies, musste die Kommune ihre Vorstellungen zurückschrauben. Klar scheint zudem, dass die nach Berechnungen des Fachplaners Volker Herger bis zu 229 möglichen Wohneinheiten auf den anvisierten Flächen auch nach dem Inkrafttreten des Flächennutzungsplans keinesfalls von heute auf morgen hochgezogen werden. Im Flächennutzungsplan seien langfristige Ziele formuliert, sagt Nico Schulz.

Abseits davon sei es aber auch wichtig, Häuslebauern verschiedene Optionen anbieten zu können, streicht der Bürgermeister heraus. Ob von der Kommune oder von der freien Wirtschaft, scheint dabei völlig offen. So könnte die Einheitsgemeinde selbst Wohnflächen erschließen und an die Frau oder den Mann bringen. Ebenso denkbar aber sei, dass wie zuletzt auf dem Osterburger Drescherhof Investoren zum Zuge kommen, die die entsprechenden Grundstücke erwerben und sie dann eigenständig vermarkten, macht der Bürgermeister deutlich.