Osterburg/Iden l Das Osterburger Biesebad würde sich mit seiner Größe und seiner exponierten Lage nahe der Innenstadt perfekt für einen Standort für Wohnmobile eignen. Das meint der Idener Rainer Pempel, selbst großer Reisefan und Inhaber eines vierrädrigen Mobils, der hofft, dass sich die Stadt Gedanken in diese Richtung macht und zumindest eine Diskussion führt, ob sich die Errichtung von Stellflächen lohnt. Pempel schätzt ein, dass die Stadt bei dieser touristischen Ausrichtung Potenzial hätte. Der 68-jährige Idener besuchte schon viele Städte mit seinem Wohnmobil, fährt im Jahr rund 50 bis 60 Stellplätze an und ist überzeugt davon, dass sich jene Personen- und Touristengruppe auch an der Biese wohl fühlen würde. „Dieses Potenzial wurde bisher bedauerlicherweise unterschlagen.“

Es gibt in Osterburg keine Stellflächen für Wohnmobile. Das Biesebad wäre für Rainer Pempel eine ideale Lage: Die Einrichtung befindet sich zentrumsnah und daher sind Museen und Kirche schnell zu erreichen. Aus Erfahrung weiß er, dass der auf diese Weise reisende Tourist an Museen und Kulturstätten interessiert ist. „Wohnmobilfahrer sind meist über 50 Jahre und oftmals Seniorenpaare“, sagt er. Natürlich ist die Lage am Fluss ein weiterer Pluspunkt, der für diesen Standort sprechen würde. Sanitäre Anlagen sind vorhanden. Man könnte diese, wenn gewollt, so umrüsten, dass sie per Code zu öffnen und damit auch verfügbar sind, wenn keine Verantwortlichen vor Ort sind. Ein weiterer Vorteil für die Biesestadt ist die Nähe zur recht gut frequentierten Bundesstraße 189. „Solche Standorte werden von den Wohnmobilisten regelrecht gesucht.“

Der Wohnmobilmarkt ist im Trend und wächst laut Pempel jährlich um rund zehn Prozent bundesweit. Nachbarorte hätten das Potenzial längst erkannt. Der Idener, der unter anderem Norwegen, die Niederlande, Belgien, Frankreich und viele Städte in Deutschland auf diese Art bereiste, verweist beispielsweise auf Osterburgs nördlichen Nachbarn Seehausen, der Stellplätze am Umfluter vorhält und Touristen anlockt.

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Ein Standort mit sanitären Anlagen und Stromsäulen sollte möglichst nah der Innenstadt und trotzdem etwas abgeschottet liegen. „Die Anforderungen und der Kostenaufwand bei der Schaffung von Stellplätzen sind überschaubar“, meint Rainer Pempel, der für Osterburg an drei oder vier Plätze als gute Größe denkt. Falls das Biesebad nicht als ein Ort in Frage käme, da die Strecke bis dahin nicht befahrbar sein sollte (aktuell durch Poller gesperrt), würde sich beispielsweise auch ein kleiner Teil des Parkplatzes an der Lindenstraße in Osterburg, der 2020 auf Vordermann gebracht wird, als Stellflächen eignen, so Pempel.

Wohnmobilplätze sind ein guter Werbeträger für die Stadt und für die Region: Die Stellplatzführer, beispielsweise vom ADAC, werden jährlich aktualisiert. Pempel wäre froh, wenn die Kommune das Thema diskutieren und sich eventuell daraus auch eine Gesprächsrunde entwickeln würde.

Rainer Pempel sieht in Osterburg als touristischen Ort nicht nur ungenutztes Potenzial, sondern auch Schwachstellen, die leicht zu beheben seien. An der Bundesstraße gebe es keinen Hinweis für das Flussbad in der Hansestadt. Auch innerhalb der Stadt, beispielsweise auf dem Hilliges-Platz, wäre ein Hinweis zum Biesebad für durch die Stadt radelnde Touristen seiner Meinung nach sinnvoll.