Altmark l Ob jung, ob alt. Der Tag der Liebe ist allen ein Begriff. Am Valentinstag wird er gefeiert. Vor vielen Jahren war die amerikanische Tradition rund um den Valentinstag nach Deutschland übergeschwappt. In den alten Bundesländern kam er eher an. In der DDR blieb er unbeachtet. Mittlerweile können aber auch die Altmärker etwas anfangen mit dem Tag, der den Liebenden gehören soll. Und in so manchem Geschäft kurbelt der natürlich auch den Umsatz an. Ihr „Hauptkampftag“ sei es zwar nicht, versichern Sylvia Müller und ihre Kollegin Undine Buchmeier von der Firma Blumen-Müller in der Burgstraße, aber ja: Die Nachfrage nach Blumen sei tatsächlich größer als sonst.

Wie angenommen sind es meist die Männer, die Blumen verschenken. Allerdings längst nicht nur die Jungverliebten. „Wir haben auch sehr viele ältere Herren, die Blumen zum Valentinstag kaufen“, versichert die Chefin schmunzelnd.

Öfter mal was schenken

Und gleich die erste befragte Passantin hat eine Erklärung dafür: „Ich glaube, die Männer denken einfach, dass ihre Frau sowas erwartet“, vermutet die 16-jährige Marlene Müller. Sich etwas schenken, das sollte man zwar ruhig öfter mal machen, aber warum nicht auch am Valentinstag: „Ich finde das schon cool, dass es so einen Tag gibt“, sagt sie.

Das sehen aber längst nicht alle so: „Also wir feiern den Tag nicht“, versichert zum Beispiel Martina Kulicke (55) resolut. „Früher hatten wir den ja auch nicht.“ Und auch Lutz Hoffmann (59) ist kein Valentinsfan: „Ich halte nicht viel davon“, sagt er kopfschüttelnd. „Aber ich hätte auch keinen, dem ich was schenken müsste.“ Der nächste Passant ist dafür sehr froh, dass ihn die Volksstimme an den Tag erinnert: „Ach, der ist Morgen?“, fragt Leonardo Iovanescu überrascht. Da müsse er ja für seine Freundin noch dringend Blumen kaufen, spricht der 25-Jährige und eilt davon.

Jeden Sonnabend gibt es Rosen

Gar nicht eilig haben es dagegen Margret und Peter Bockelmann (beide 84). „Ich finde den Tag schön“, sagt sie lächelnd. Sie freut sich darüber, dass ihre Kinder dann immer an sie denken. Und ihr Mann? „Der schenkt mir sowieso jeden Sonnabend Rosen“, verrät sie. Den Grund liefert der gleich nach: „Wenn sie glücklich ist, hab ich es leichter“, sagt er augenzwinkernd. „Ich bin einfach ein Egoist.“

Liebe hat eben viele Gesichter. Dass man sich zum Beispiel auch in ein Buch verlieben kann, wissen die Mitarbeiter der Salzwedeler Bibliothek. Sie vermitteln aktuell in der Valentinswoche mit einer Buch-Blind-Date-Aktion Bücher mit unbekanntem Inhalt an ihre Leser. Und im Salzwedeler Filmpalast gibt es ein Valentins-Spezial für ganz Hartgesottene: Ab 20.30 Uhr läuft die Vorpremiere für „Fantasy-Iland“. Ein Horrorfilm. Wo da die Liebe bleibt? „Die lieben sich da zuerst auch“, sagt Kinoinhaber Jürgen Bode. „Und dann werden sie umgebracht.“ Romantik habe sich filmtechnisch in diesem Jahr „einfach nicht so ergeben“.