Salzwedel/Altmarkkreis l Die Temperaturen der vergangenen Wochen und Monate haben den Freibädern in der Region Rekordbesucherzahlen beschert. Kein Wunder, viele Menschen suchten bei bis zu 35 Grad Celsius Erfrischung und Erholung in den Fluten. Momentan macht der Sommer gerade eine kleine Pause. Ob er noch einmal mit Macht zurückkommt, das weiß im Moment niemand so richtig. Die Kommunen halten es unterschiedlich, wann sie ihre Freibäder schließen. Dies hat eine Umfrage der Volksstimme ergeben.

Im Freibad Salzwedel ist das Schwimmen nur noch bis Sonntag, 2. September 2018, möglich. Dann schließt es, wie bereits in einem Aushang am Freibad zu sehen ist. Andreas Köhler, Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit der Hansestadt, bestätigt das. „Wie in jedem Jahr seit Anfang der 1990er Jahre wird das Freibad Salzwedel mit dem Ende der Freibadsaison geschlossen“, sagt er. Zwei Wochen später, am 15. September 2018, öffnet dann das Hallenbad.

Salzwedeler Stadtverwaltung verteidigt sich

Das Freibad Anfang September zu schließen, habe sich eingependelt, sagt Köhler. „Die Freibad-Betreiber haben über die Jahre ein Gespür dafür entwickelt, wann die Kosten-Nutzen-Grenze erreicht ist.“ Und der Erfahrung nach sei das nach dem Ende der Ferienzeit der Fall.

Während der Juli ein super Monat gewesen sei, hätten im August die Besucherzahlen schon nachgelassen. „Sie sind noch okay, aber die Tendenz geht klar zurück“, informiert Köhler. Als „Kaffeesatzleserei“ bezeichnet er Spekulationen über das Wetter im September. Ein Freibad brauche schließlich Planung. „Das ist ja kein Eimer Wasser, von dem wir hier reden“, sagte Köhler.

Kritik von Nutzern des Freibads

Angesichts der zu erwartenden Hitze stößt das frühe Schließen dennoch auf Kritik. „Das verstehe ich nicht. Sie machen viel zu früh zu“, sagt beispielsweise Brigitte Wagner, die in der Nähe des Freibads Am Dämmchenweg wohnt und früher gern selbst unter den Besuchern war.

„Das Bad hat in diesem Jahr auch viel zu spät geöffnet“, fügt Olaf Tyrakowski hinzu. Er kann nicht nachvollziehen, warum die Stadt nicht auf das Wetter reagiert. „Eigentlich dürfte die Stadt das Geld doch brauchen. Da sollten sie so früh wie möglich öffnen und spät schließen“, sagt er.

Fehlende Flexibilität

Ein Großvater aus Pretzier hat für das Verhalten kein Verständnis. Er kommt regelmäßig in das Salzwedeler Freibad und übt mit seinem Enkel (6) das Schwimmen. „Erst machen die das Liestener Freibad dicht, und dann schließt die Badeanstalt trotz Rekordsommers. Die sind so flexibel wie ein Brecheisen“, grummelt er gegenüber der Volksstimme.

Auch Helga Junker hätte sich gewünscht, dass das Salzwedeler Bad wenigstens eine Woche länger geöffnet ist. „Ich finde es schade, dass es schon schließt. Ich bin gern hier“, sagt die Salzwedelerin, die regelmäßig dort schwimmen geht.

Dähre richtet sich nach Wetteraussichten

Auch in Diesdorf wird das Saisonende eher unflexibel gehandhabt. „Ab 3. September hat das Erlebnisbad geschlossen“, erklärt Bürgermeister Fritz Kloß auf Nachfrage und ergänzt, dass jedes Jahr Anfang September Schluss sei. „Jetzt rührt sich eh nicht mehr viel“, baut Kloß auf gemachte Erfahrungswerte.

Diese gibt es auch in Dähre, doch Bürgermeister Bernd Hane macht dort das Saisonende von den Wetteraussichten abhängig. „Normalerweise schließen wir Ende August“, berichtet Hane. „Wenn der September aber so wird wie der Juli, dann haben wir selbstverständlich geöffnet“, sagt Bernd Hane, der sich – wie viele seiner Amtskollegen – mit der laufenden Saison sehr zufrieden zeigte.

Beetzendorf hat länger geöffnet

„Ich garantiere, dass wir bis 30. September geöffnet haben“, betont Lothar Köppe, Bürgermeister von Beetzendorf. Das örtliche Stölpenbad hat den Vorteil, dass es beheizt ist. 28 Grad Wassertemperatur sorgen auch bei sinkenden Außentemperaturen für Zulauf. „Wenn es nicht zu einer Havarie kommt“, erinnerte Köppe daran, dass das Bad in der vergangenen Woche zwei Tage schließen musste. Eine Chlorleitung war geplatzt (die Volksstimme berichtete). Seit Sonnabend ist aber wieder das Badevergnügen in Beetzendorf möglich.

Das 1928 eröffnete Waldbad in Klötze wurde Anfang der 90er Jahre modernisiert. Es wurden neue Schwimmbecken mit moderner Filteranlage, ein Planschbecken für die Jüngsten und als besondere Attraktion eine 30 Meter lange Wasserrutsche gebaut. Ein Termin, wann es in dieser Saison zumacht, gibt es noch nicht, war aus dem Klötzer Rathaus zu erfahren. Allerdings wolle man dort auf jeden Fall abwarten, wie sich das Wetter entwickelt.

Das Strandbad in Arendsee hat im Moment von 10 bis 19 Uhr geöffnet. „Wenn es besonders heiß ist, auch länger“, erklärte Geschäftsführer Michael Meyer von der Luftkurort GmbH. Bis zum 15. September 2018 bleibt das Strandbad auf jeden Fall geöffnet. „Aber wenn es dann noch länger warm bleibt, verlängern wir die Saison auch noch“, machte er deutlich.