Salzwedel l Schon die Wahl der Katharinenkirche als Veranstaltungsort stieß auf Interesse und warf auch die Frage auf: Darf man das dort?

Man darf, waren sich Frieder Oßwald, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, sowie Pfarrer Matthias Friske einig. „Kirche muss offen sein“, betonte Frieder Oßwald. Und Matthias Friske erinnerte gestern während des Gottesdienstes daran, dass es in der Bibel schließlich auch um Apostelbriefe an verschiedene Gemeinden und Sendungen gehe.

Eine Kirche als Veranstaltungsort für einen philatelistischen Wettbewerb habe es noch nicht gegeben, zeigte sich auch Wettbewerbsleiter Heiner Schrop aus Düsseldorf beeindruckt, der auch für die Organisation durch die Jungen Briefmarkenfreunde Pretzier und ihre Gruppenleiterin Carmen Kauffmann lobende Worte fand.

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Von Freitagabend bis Sonntagmittag wechselten sich Wettbewerbsteile und ein umfangreiches Begleitprogramm ab. Die Teilnehmer an der Mannschaftsmeisterschaft hatten bereits im Vorfeld mehrseitige Exponate erstellt. Saskia und Björn Buczkowski hatten für ihren Beitrag das Thema „Aus der Geschichte Salzwedels - Eine Stadt in der Altmark“ gewählt.

Ein weiteres Exponat mussten die jungen Briefmarkenfreunde am Sonnabendvormittag zum Wettbewerbsthema „Essen und Trinken“ erstellen. Weitere Punkte konnten sie beim Phila-Quiz und auch gestern beim Stationswettkampf sammeln, wo sie unter anderem verschiedene Sendungen wie Einschreiben beschreiben mussten.

Aber nicht nur die Wettbewerbsteilnehmer, auch ihre Betreuer mussten ihr Wissen unter Beweis stellen. „Für diesen Teil gibt es aber nicht allzuviele Punkte“, fügte Heiner Schrop augenzwinkend hinzu. Die Ausschreibung sah für alle Wettbewerbsteile insgesamt maximal 1000 Punkte vor.

Während die acht Teilnehmer aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt um die entscheidenden Punkte kämpften, begutachteten Heinz Wenz (Trier), Vorsitzender der Deutschen Philatelisten-Jugend, Manfred Baltuttis (Berlin) und Thomas Vierling (Schulzendorf/Brandenburg) die Exponate des Stiftungswettbewerbes, der ebenfalls unter dem Motto „Essen und Trinken“ stand.

Preisrichter und Betreuer stellten gestern erfreut fest, dass überraschend viele Einsender sich auf den Weg nach Salzwedel gemacht hatten, um ihre Preise persönlich in Empfang zu nehmen. „Eine und eine dreiviertel Stunde mit dem Zug ist doch kein Weg. Da fahren wir auch gerne in die Altmark“, so Burkhard Binder, Leiter der Jungen Briefmarkenfreunde Simeon-Hamm aus Hamburg, die mit ihrem Exponat „Alles Käse!“ einen Platz auf dem Treppchen des Stiftungswettbewerbes errangen. Der Ausstellungsort Kirche war für die Gruppe, die in Hamburg-Hamm der evangelisch-lutherischen Wichernkirche angeschlossen ist, zusätzlich spannend.

Viele Besucher der Briefmarkenausstellung nutzten am Wochenende die Möglichkeit, sich die Sonderstempel der Meisterschaft zu sichern. Als Motive hatten sich die Veranstalter für den Baumkuchen und die Heilige Katharina als Namensgeberin des Ausstellungsortes entschieden.