Salzwedel l Ganz langsam zieht der Kran den gut 20 Tonnen schweren Betonklotz in die Höhe. Mit aller Vorsicht schwenkt der Kranführer die Last dann quer über den Hubschrauber-Landeplatz des Altmark-Klinikums Salzwedel. Auch beim letzten Schritt des Manövers ist Genauigkeit gefragt, als der Quader auf den Rohbau des neuen Blockheizkraftwerk-Moduls aufgesetzt wird.

Sind alle Arbeiten abgeschlossen, wird das Blockheizkraftwerk fast 1,6 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen und damit fast den ganzen Bedarf des Krankenhauses von 2 Millionen Kilowattstunden decken. Dazu produziert das Modul rund 3 Millionen Kilowattstunden Wärme. Betrieben wird das Modul einem Erdgasmotor.

Betrieb ab Dezember geplant

Marco Staud, Technischer Leiter des Krankenhauses, wirkte am Donnerstag jedenfalls zufrieden. „Wir hoffen, dass, uns das Blockheizkraftwerk ab Mitte Dezember zur Verfügung steht“, sagt Marco Staud. Vorher müssen noch Leitungen installiert und die Anlage ans Fernwärmenetz der Avacon Natur, einem Tochterunternehmen der Avacon AG, angeschlossen werden.

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Zur Errichtung des Gebäudes blieb nur ein Tag Zeit. Pünktlich um 3 Uhr in der Früh trafen der Kran und mehrere Tieflader mit der Gebäudehülle und den vielen Einzelteilen in Salzwedel ein. Der Hubschrauber-Landeplatz blieb bis 18 Uhr gesperrt.

Kosten von 500 000 Euro

Der Energieversorger übernahm Planung und Umsetzung des Projektes. Das hatte in erster Linie finanzielle Gründe, kostet die Anlage doch mehr als 500 000 Euro. Eine Summe, die das Altmark-Klinikum allein nicht hätte aufbringen können. Das Krankenhaus wird das Kraftwerk nun als Pächter betreiben. Für die Betriebsführung bleibt die Avacon Natur zuständig. Die Zusammenarbeit mit dem Energieunternehmen bietet außerdem den Vorteil, überschüssige Wärme wieder ins Fernwärmenetz einzuspeisen.

Die Pläne für die eigene Energieversorgung reiften schon seit fast zwei Jahren, als im Altmark-Klinikum Gardelegen ein ähnliches Modul erfolgreich installiert worden war. Wie in der Nachbarstadt bewogen die Klinikleitung vor allem finanzielle Gründe, den Schritt zur eigenen Stromerzeugung zu wagen. „In Gardelegen sparen wir durch das eigene Heizkraftwerk 120 000 Euro im pro Jahr. Auf Grund der besseren Technik werden wir in Salzwedel sogar 170 000 Euro einsparen“, sagt Marco Staud.

Mit der Notstromversorgung hat das Blockheizkraftwerk im Übrigen nichts zu tun. „Das läuft getrennt voneinander ab“, erklärte Staud.