Apenburg l Mit der Beheizung der Becken im Apenburger Waldbad schon in der nächsten Saison wird es wohl nichts werden. Zwar liegt das Angebot der Betreiber der Rittlebener Biogasanlage, Leitungen bis zum Bad zu legen und Wärmeenergie zu liefern, nach wie vor auf dem Tisch. Doch der Gemeinderat tut sich weiter schwer mit einer Entscheidung. Die fiel auch während der letzten Sitzung dieses Jahres in Winterfeld nicht.

Bürgermeister Harald Josten wollte zunächst wissen, was die gebildete Arbeitsgruppe zu den bisher ungeklärten Fragen in punkto Badbeheizung in Erfahrung gebracht hat. Dabei stellte sich heraus, dass das Gremium zwar getagt hat, aber nicht alle Mitglieder eingeladen waren. „So kann es nicht gehen, das ist doch Kasperletheater“, beschwerte sich der Saalfelder Detlef Jürges, der ebenso wie André Margowski bei dem Beratungstermin außen vor war.

Peter Warlich, ebenfalls Mitglied der Arbeitsgruppe, erklärte die Kosten, die auf die Gemeinde zukommen könnten. Entsprechend der in Beetzendorf gemachten Erfahrungen müsse man von einmaligen Anschlusskosten von 7000 bis 12 000 Euro ausgehen. Dazu kommen jährliche Stromkosten von zirka 1000 Euro. Die Kosten für die Wärmeabnahme sind auf maximal 9000 Euro jährlich gedeckelt. „Und wenn wir keine Wärme abnehmen, müssen wir auch nichts bezahlen. Das wäre auch dann der Fall, wenn wir das Bad einen Sommer zu lassen sollten“, betonte Warlich.

Fördervereins-Chef soll in Arbeitsgruppe

Auch eine weitere offene Frage konnte geklärt werden: Die Wärme wird von der Biogasanlage bis hinter den Wärmetauscher im Bad geführt. Erst ab dort ist die Gemeinde für die Weiterleitung zuständig. Der Wärmetauscher, der ständig in Betrieb sein muss, würde damit dem Biogas-Unternehmen gehören.

Knackpunkt ist allerdings nach wie vor die geforderte Bestandsgarantie für das Waldbad auf mindestens zehn Jahre. Da an etlichen Stellen auf dem Areal erheblicher Investitionsbedarf besteht, beispielsweise bei den sanitären Anlagen, komme man um die Erstellung eines Gesamtkonzepts nicht herum, hieß es im Rat. „Wir müssen auch sehen, ob wir uns das leisten können und wie sich die Beheizung auf Besucherzahlen und Einnahmen auswirkt“, meinte Detlef Jürges.

Für die Winterfelderin Ninett Schneider ist auch die Frage eines Abnahmeminimums und der Kostendeckelung noch nicht hinreichend geklärt. Sie forderte ein Protokoll der Arbeitsgruppen-Sitzung mit schriftlichen Festlegungen beider Seiten. Mit der Erstellung eines Badkonzepts sieht sich die Arbeitsgruppe allerdings überfordert.

Konzept für die nächsten zehn Jahre

„Hier sollten wir uns von außen Hilfe holen, sonst führen wir jedes Jahr die gleiche Diskussion“, forderte der Apenburger Mark Wöllmann. Das könne der Gemeinde zwar „5000, 10 000 oder 15 000 Euro kosten, aber dann hätten wir ein Konzept für die nächsten zehn Jahre“. Als Ratsmitglied ins Blaue hinein über mögliche Investitionen von mehreren Hunderttausend Euro zu entscheiden, sei schlicht unmöglich.

Der Vorschlag fand im Rat Zustimmung. Die bestehende Arbeitsgruppe soll um Dirk Rydzinski, den neuen Vorsitzenden des Waldbad-Fördervereins, erweitert werden und bis zur nächsten Sitzung der Gemeindevertreter einen kompetenten Fachmann finden, der die Aufgabe übernehmen könnte. Dabei gehe es um ein Konzept für das gesamte Waldbad-Areal, also einschließlich der Sanitäranlagen und der inzwischen leerstehenden Schwimmmeisterwohnung, betonte Bürgermeister Harald Josten.