Salzwedel l  Für das Archiv kommt unterdessen die Ackerstraße als Dauerlösung in Betracht.Wenige Tage vor dem Jahreswechsel ist weiter offen, ob die Salzwedeler Touristinformation wie geplant vom Rathausturmplatz ins Kunsthaus umziehen wird. „Wir werden das Anfang des Jahres besprechen“, sagte Joachim Mikolajczyk, Leiter des stadteigenen KulTour-Betriebes, im Gespräch mit der Volksstimme.

Die Beantwortung der Standortfrage hänge auch davon ab, wie viel Geld man einsetzen wolle, sagte Mikolajczyk. Der Betriebsleiter betonte aber, prinzipiell für den Umzug zu sein.

Entscheiden könnte darüber formal zwar der zuständige Betriebsausschuss. „Der Stadtrat sollte das aber unterstützen“, betonte Mikolajczyk. Deshalb will der Eigenbetriebsleiter auch das Votum der Politik einholen. Ursprünglich hatte die Stadt der Salzwedeler Kunststiftung den Umzug der Tourist-Info in das seit dem 27. August geöffnete Kunsthaus bereits zugesagt. Die Stiftung hatte die Räumlichkeiten des Hauses deshalb von Anfang an auf die Bedürfnisse der Einrichtung ausrichten lassen.

Umzug wegen Finanznot infrage gestellt

Wegen der Finanznot der Stadt stellte der KulTour-Betrieb den Umzug im Sommer aber in Frage. Während Joachim Mikolajczyk vor allem hohe Umzugskosten als Argumente gegen einen schnellen Standortwechsel nannte, vermuteten die Fraktionsvertreter die Laufzeit des Mietvertrages mit dem Besitzer des Gebäudes am aktuellen Standort als Grund. Der Vertrag läuft erst 2019 aus.

Gespräche von Vertretern zwischen Vertretern der Kunststiftung, des KulTour-Betriebes und der Stadt brachten zunächst keine Entscheidung.Nach Stand der Dinge wird der Stadtrat nun frühestens in seiner ersten Sitzung im neuen Jahr über den Umzug entscheiden. Der KulTour-Betrieb will dem Gremium dabei konkrete Kostenszenarien sowohl für den Umzug ins Kunsthaus als auch für den Verbleib am Rathausplatz vorlegen.

Bewährt hat sich unterdessen der neue Standort des Salzwedeler Stadtarchivs im Speicher in der Ackerstraße 13. Erst im Sommer musste die Einrichtung dorthin ausweichen, nachdem am ursprünglichen Standort im Rathausgewölbe Salpeter- und Schimmelbefall festgestellt worden war. Wegen stetig wachsender Bestände war die Einrichtung dort zudem an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen.

Nachdem der KulTour-Betrieb einen Fünfjahres-Vertrag mit dem privaten Vermieter des Speichers abgeschlossen hat, ist der Eigenbetrieb inzwischen so zufrieden mit der Lösung, dass die Ackerstraße auch als dauerhafte Lösung zumindest infrage kommt. „Die Leute nehmen das sehr gut an“, sagte Joachim Mikolajczyk.

Archivstandort hat sich bewährt

Von Vorteil sei zudem, dass sich die Kapazitäten in der Ackerstraße bei Bedarf erweitern ließen. Alle weiteren Schritte hingen aber vom verfügbaren Geld und dem politischen Willen ab, sagte der Betriebsleiter.

Der Standort Ackerstraße war bislang nur als vorübergehende Lösung behandelt worden. Für eine Rückkehr des Archivs müsste das Rathausgewölbe saniert werden. Zum Stand der Planungen dort sagte Hauptamtsleiter Matthias Holz gestern, mögliche Arbeiten seien abhängig von den zur Verfügung stehenden Mitteln im Haushalt 2016.

Im Stadtarchiv arbeiten derzeit zwei festangestellte Mitarbeiter, in der Tourist-Information drei. Beide Einrichtungen sind dem stadteigenen Kul-Tour-Betrieb unterstellt.