Salzwedel l Mit der Stadt Salzwedel verbinden Besucher den Baumkuchen, den Cranach-Altar und immer mehr auch den Namen Jenny Marx. Denn hier wurde die Frau des deutschen Philosophen Karl Marx geboren.

Über diese besondere Frau erzählt die Broschüre „Jenny – vertraute Unbekannte“, die im Februar 2014 erstmals herausgegeben wurde und jetzt wieder zu haben ist. „Die erste Auflage war vergriffen. Wir haben den Inhalt überarbeitet und das Büchlein neu aufgelegt. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt hat das Projekt unterstützt“, berichtet Constanze Neuling, Leiterin der Tourist-Information Salzwedel. So sei beispielsweise eingefügt worden, dass Wolfgang Schwalbach ehemals die Jenny-Marx-Gedenkstätte geleitet habe.

Erzählt werde in der Broschüre über die Person und die Rolle von Jenny Marx, beurteilt aus der heutigen Sicht. Das sei bei den Gästen gut angekommen, urteilte Constanze Neuling.

Kooperation mit der Bahn

Sie verwies darauf, dass seit dem Vorjahr mit den Reiseagenturen der Bahn kooperiert werde. Diese würden Touren nach Salzwedel anbieten. „Kürzlich gab es das Angebot ,Jahrsau und der Salzwedeler Baumkuchen‘. Diesen Ausflug hatten 30 Leute gebucht. Wir haben die Teilnehmer erst nach Jahrsau in das geschliffene Dorf begleitet und die dortige Geschichte erzählt, dann mehr über den Baumkuchen und seine Historie nahegebracht“, berichtete sie. Dieses Modell solle auch mit anderen Themen fortgeführt werden. Daran werde gearbeitet. Interesse bestehe auch an dem Thema Jenny Marx.

Die Leiterin der Tourist-Information verwies darauf, dass im Vorjahr in Salzwedel ein Plus von 10,7 Prozent an Übernachtungen gegenüber 2014 erreicht worden sei. In der gesamten Altmark habe der Zuwachs 8,4 Prozent betragen. „Ich denke, dass wir einen kleinen Teil dazu beitragen konnten“, schätzte sie ein. Angeboten worden seien fast 370 Stadtführungen, bei denen etwa 5000 Gäste dabei gewesen seien. „Im Vorjahr hatten wir 37,5 Prozent mehr Kunden in der Tourist-Information als 2014“, nannte sie eine weitere Zahl.

Dies liege am zentralen Standort, der gut sichtbar und leicht zugänglich sei, warf Karl-Heinz Reck vom Jenny-Marx-Forum ein. Er hatte die Fäden zur Rosa-Luxemburg-Stiftung geknüpft, die eine Neuauflage der Jenny-Broschüre möglich gemacht habe.

Stiftung unterstützt

„Wir haben uns bis zum Jahr 2014 auf das Projekt ,Jenny Marx und starke Frauen‘ konzentriert“, schilderte Stiftungs-Mitarbeiterin Gabriele Henschke. Um so mehr freue es sie, dass das neue Heftlein gemeinsam mit dem KulTour-Betrieb Salzwedel herausgegeben werden konnte.

„Wir verstehen uns als Multiplikatoren und wollen mit dazu beitragen, dass Salzwedel auch als Geburtsort von Jenny von Westfalen in aller Munde ist“, sagte sie.