Dähre l Erst eine Festsitzung zum 170-jährigen Bestehen des Schützenwesens in Dähre, dann der Festumzug im prallen Sonnenschein und endlich das Lüften des Geheimnisses: Vorsitzender Helmut Leppin sprach von „einem besseren Königsschießen als 2015“. Und so wurde es am Ende knapp. Der neue Schießwart Georg Pijan aus Ellenberg kam auf 30 von 30 Ringen und holte sich damit den Titel des Schützenkönigs. Thomas Höppner schaffte 29 Ringe: Damit wurde er Kronprinz. „Hättest du etwas besser geschossen, hätte es für dich wieder gereicht“, sagte Helmut Leppin zum Vorjahres-Schützenkönig Rüdiger Kunz, der 28 Ringe erreichte.

Das Schießen um die Ehrenscheibe, die Vorjahres-Kronprinz Günter Kannowski gestiftet hat, wurde erst im Stechen entschieden. Denn sowohl Gerald Kaufmann als auch Rüdiger Kunz hatten 59 von 60 möglichen Ringen getroffen. Beim Entscheidungsschuss landete der Erstgenannte eine Zehn, der Zweitgenannte eine Neun. Damit ging die Scheibe an Gerald Kaufmann.

Helmut Leppin, Vorsitzender des Dährer Schützenvereins, gab während der Festsitzung einen Einblick in die Geschichte. Am 17. Juni 1846 sei das Schützenwesen in Dähre entstanden. Bis zum Jahr 1939 habe es alljährliche Schützenfeste gegeben, am zweiten oder dritten Juni-Wochenende. Aufgrund des Zweiten Weltkrieges und der Teilung Deutschlands habe die Tradition bis 1973 geruht. Albert Röhl, im Jahr 1939 Gildemeister, hatte Johann Kunz gebeten, die Tradition wieder zu erwecken. Dieser habe gemeinsam mit Karl Böhm und dem damaligen Vize-Bürgermeister Jürgen Liese das Vereinsleben neu angekurbelt. Zwei historische Ketten und das Protokollbuch aus dem Jahr 1848 seien erhalten geblieben.

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Schießstand noch heute genutzt

Mit Unterstützung örtlicher Betriebe sei der Schießstand entstanden, „wo noch heute unser Domizil ist“, sagte er und fügte hinzu: „Unter dem Deckmantel der Gesellschaft für Sport und Technik ist die Sektion Sportschießen gegründet worden.“

Nach der Wende – Johann Kunz sei immer noch Vereinschef gewesen – habe ein neues Kapitel für das Schützenwesen begonnen. „Am 17. Mai 1990 ist unser Verein neu gegründet worden“, berichtete Helmut Leppin. 38 Sportschützen seien damals gewillt gewesen, das Geschaffene zu erhalten. „Wir haben nicht nur geschossen, sondern auch gearbeitet“, erinnerte er unter anderem an das Zupacken beim Bau des Dährer Waldbades.

„Wir wollen die Schützentradition und das Brauchtum weiterführen“, erklärte der Vorsitzende. Es sei jedoch keine leichte Aufgabe, Nachwuchs zu gewinnen. Derzeit habe der Verein um die 40 Mitglieder. Drei seien neu in diesem Jahr hinzugekommen. „Es wäre schön, wenn auch Jugendliche den Weg zu uns finden“, sprach er einen Wunsch aus.

Einer der kleinen Vereine

Lutz Franke, Vorsitzender des Kreissportbundes Altmarkkreis Salzwedel (KSB), gratulierte zum 170-jährigen Bestehen. „Der Dährer Schützenverein ist einer unserer kleinen Vereine“, sagte er. Dennoch sei in Kooperation in den vergangenen Jahren einiges geschaffen worden. Lutz Franke erinnerte unter anderem an die Schießstände. Dies sei auf das Engagement der Führungsriege zurückzuführen. Deshalb ehrte der Gast den Schützenvereins-Vorsitzenden Helmut Leppin mit der Ehrenmedaille des KSB sowie den Vize-Vereinschef Rüdiger Kunz, den Schießwart Georg Pijan sowie Thomas Höppner mit der Ehrennadel in Bronze des KSB.

Mit dem Geburtstagskind feierten Vertreter der Schützenvereine und -gilden aus Bergen/Dumme, Neudorf-Platendorf, Kuhfelde/Vitzke, Wallstawe, Steinitz, Salzwedel und Abbendorf. Für Musik beim Umzug sorgten die Schalmeienkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Diesdorf sowie der Spielmannszug Wahrenholz.

Der Ummarsch, an dessen Spitze Frank Leppin ging, führte vom Feiergelände auf dem Hof des Busunternehmens über die Bahnhof-, Fahrendorfer, Friedens- und Bauernstraße zurück zum Festgelände. Dort spendierte der Dährer Verein für die Gäste Fahnenbänder, die an das 170-jährige Bestehen erinnern sollen.

Musiker spielten auf

Nach der Proklamation ging das gemütliche Beisammensein in der Festhalle weiter. Die Musiker aus Wahrenholz unterhielten die Gäste, die miteinander ins Gespräch kamen.

Am Sonntag klang das besondere Fest mit einem Frühschoppen aus.