Historisch

500 Seiten Fleetmarker Geschichte auf Glanzpapier

Eine 500-seitige Chronik auf Glanzpapier mit Farbfotos beleuchtet im Altmarkkreis Salzwedel Fleetmarks Geschichte ab 1324. Sie stammt von Friedrich-Wilhelm Schulz und wird vom Gewerbeverein herausgegeben.

Von Helga Räßler
Friedrich-Wilhelm Schulz (links, mit einem Foto der 1919 errichteten Gaststätte Lemme) präsentiert die Chronik über Fleetmark mit Thomas Meyer vor dessen Geschäftssitz am Lindenpark.
Friedrich-Wilhelm Schulz (links, mit einem Foto der 1919 errichteten Gaststätte Lemme) präsentiert die Chronik über Fleetmark mit Thomas Meyer vor dessen Geschäftssitz am Lindenpark. Foto: Helga Räßler

Fleetmark - Eigentlicher Herausgabetermin für die über 500 Seiten starke Chronik von Fleetmark war der Mai 2020 anlässlich des 30. Dorf- und Gewerbefestes. Aber die Party auf dem Lindenplatz fand nicht statt. „Und auch in diesem Jahr können wir die Fete nicht feiern - wieder oder immer noch wegen Corona“, merkte Thomas Meyer vom Fleetmarker Gewerbeverein gestern beim Pressegespräch an.

Jahrzehnte Material gesammelt

Die Interessengemeinschaft ist Herausgeber des besonderen Buches, für das Heimatchronist Friedrich-Wilhelm Schulz Autor ist. Der Stappenbecker, gebürtiger Fleetmarker, hat schon jahrzehntelang Material und Fotos, Dokumente und Zeitungsausschnitte gesammelt. Er durchstöberte Zeitungsarchive und Museen, bekam handschriftliche und historische Druckerzeugnisse von Mitbürgern. Und er schrieb Erinnerungen auf und ab.

Über seine Aufzeichnungen hielt Schulz Vorträge, auch vor den Mitgliedern der Volkssolidarität. Das sei 2019 mit Blick auf das 80-jährige Bestehen von Fleetmark gewesen. Auch zum 130-Jährigen der freiwilligen Feuerwehr 2018 und 60. Jahrestag der Grundschule habe er schon Chroniken verfasst und den Verantwortlichen überreicht.

„Dann kam mir die Idee, das alles in einem großen Chronikband zusammenzufassen und zum 30. Dorf- und Gewerbefest 2020 zu präsentieren“, so Schulz. Die ersten 75 Druckexemplare lagen vor, das Fest fiel aus, aber die Bücher fanden reißenden Absatz.

Damit war für ihn der Startschuss für die zweite Auflage gefallen. „Die hat noch 100 Seiten mehr und kann ab sofort in der Geschäftsstelle bei Thomas Meyer erworben werden“, kündigte Schulz an. Denn auch in diesem Jahr findet kein Fest auf dem Lindenplatz gegenüber statt.

„Jetzt haben wir das Nachholfest für Mai 2022 ins Auge gefasst“, meinte Thomas Meyer. Er ist im Namen der Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden in Fleetmark Herausgeber. Sponsoren sind die Windparkbetreiber der Region.

Lustmord von 1913

In der Chronik beginnt alles mit der ersten urkundlichen Erwähnung von Kallehne und Velgau im Jahre 1324. Dann werden viele historische Ereignisse beleuchtet, beschrieben und mit Fotos, bald auch in Farbe, bebildert.

Ein Lustmord kommt 1913 zur Sprache, der schon am nächsten Tag aufgeklärt wurde. Ein Milchwagen wird erwähnt, der auf Autorädern rollte, damit es nicht so klapperte. Und auch Gustav Nagel, der Lebensreformer vom Arendsee, taucht auf. Über den schrieb der Finanzbeamte Friedrich Wilhelm Thiemann in seinen Lebenserinnerungen.

Die Zwangskollektivierung zwischen 1952 und 1959, Baumaßnahmen, Vereinsleben und das Leben im Kreis Osterburg bis 1950, danach im Kreis Salzwedel und ab 2011 per Zwangszuordnung in der Einheitsgemeinde Arendsee werden ebenfalls beschrieben. Und noch mehr Ereignisse, die bis in die Gegenwart reichen.