Vissum l Den Wanderpokal beim Spiel ohne Grenzen holten sich die Vissumer Kameraden selbst. Sie waren anlässlich ihrer 90-Jahr-Feier zum Feuerwehrgeburtstag gegen ihre Gäste angetreten. Zehn Stationen wie Schwammwerfen, Balltransport durch C-Schläuche, Nageln oder Riesensackhüpfen waren auf dem Sportplatz am Gerätehaus zu bewältigen. Die Vorjahressieger Mellin mussten sich geschlagen geben.

Mit dabei war auch die Partnerwehr aus Stüde, mit der die Vissumer seit 19 Jahren eine Freundschaft verbindet. Besuche gibt es nicht nur zu Jahreshauptversammlungen, sondern auch zu Wettkämpfen, Jubiläen und Märschen. Organisiert hatte die unterhaltsamen Wettbewerbe Bernd Lemal, der für sein Engagement geehrt worden war. Auch Ulrike Marquardt, ebenfalls im Festkomitee, bekam Blumen und eine Kiste Sekt von Ortswehrleiter und Bürgermeister Uwe Hundt. Das rührte die Vissumerin, die das ganze Festkomitee zum Dank für die Vorbereitungsarbeit zum Umtrunk einlud.

An die Anfänge erinnert

In seiner Festansprache erinnerte Uwe Hundt als Chef der Wehr, die eigentlich nur noch Löschgruppe der Binder Wehr ist, an den Anfang. „Es existieren keinerlei Aufzeichnungen und Dokumente, die das Gründungsdatum genau belegen,  nur die auf einer Dachluke eingebrannte Jahreszahl 1929 weist darauf hin", sagte er. „90 Jahre freiwillige Feuerwehrarbeit ist ein  bedeutendes Ereignis für unseren Ort und wir können zu Recht stolz sein, dass wir auch in schwierigen Zeiten immer aktive Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit geleistet haben", betonte Hundt. 90 Jahre beweisen auch den Geist, der in der Wehr lebendig sei. Einserseits gelte es, Hab und Gut der Mitbürger zu schützen und selbstlose Hilfe in der Not zu leisten, andererseits auch das gesellschaftliche Leben mitzugestalten.

Bilder

Erfolgreich bei Wettkämpfen

Er ging dann – bevor Evamaria und Lothar Mittag die Geschichte mit Fakten und Fotos beleuchteten – auf einige Phasen aus der Feuerwehrgeschichte ein, berichtete von den Um- und Anbauten des Gerätehauses, von der schwierigen Fahrzeugbeschaffung, Einsätzen, Wettkampferfolgen und der Riege der Wehrleiter. Nach 1945 leitete Albert Neumann senior die Wehr, danach übernahm für die nächsten 30 Jahre Johannes Hundt die Regie. Es folgten Klaus Benecke, Roland Thiede und Bernd Neumann, bevor Karl-Rudolf Neumann übernahm, der besondere Verdienste um die Technik erwarb. Der Oberbrandmeister wurde beim Festempfang durch die Vorsitzende des Feuerwehrverbands des Altmarkkreises Salzwedel, Karin Wunderlich, mit der Anstecknadel in Bronze für sein 65-jähriges hohes Engagement ausgezeichnet.

Nach ihm übernahm für kurze Zeit Stephan Bender das Ehrenamt. Doch vor vier Jahren war die Vissumer Wehr fast vor dem Aus: Es gab nur noch vier aktive Kameraden. „Deshalb gehören wir zur Löschgruppe Binde, absolvieren in Mechau unsere Dienste und Ausbildungen", so Hundt. Inzwischen ist die Truppe wieder 14 Kameraden stark. Aber es fehlt noch ein qualifizierter Wehrleiter.