Salzwedel l Im Herbst 2017 ging der Blick der Verantwortlichen der Kirchengemeinde St. Katharinen Salzwedel sorgenvoll nach oben. Im tragenden Längsbalken in der ersten Etage der Alten Lateinschule, die als Gemeindezentrum zahlreiche Gruppen beherbergt, waren kleine Risse zu erkennen. „Ein zunächst eher kleines Problem erwies sich bald als ein sehr großes“, beschreibt der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Frieder Oßwald, die Erfahrungen der vergangenen Monate. Zunächst war schnell klar, der Balken muss abgestützt werden. „Ich bin sehr froh, dass wir hier nicht auch ein Schild mit der Aufschrift ‚Wegen Einsturzgefahr gesperrt‘ anbringen mussten, wie beim Hohen Chor der Katharinenkirche“, sagte Oßwald im Juni im Gespräch mit der Volksstimme.

Damals waren zwei mögliche Sanierungen auf der Agenda der Kirchengemeinde. Unter anderem wurde der aufwändige Einbau eines Stahlträgers über dem tragenden Balken angedacht. Aufgrund „immenser Kosten“, so berichtete Oswald in dieser Woche, wurde diese Sanierungsvariante von den Entscheidungsträgern aber wieder verworfen. Nun soll die Standsicherheit des stadtbildprägenden Gebäudes über zwei Stützen vom Fundament bis zum Balken in der ersten Etage gewährleistet werden. Zur Zeit stehen dort noch provisorische Absicherungen, die gewährleisteten, dass das Gemeindeleben normal weitergehen konnte.

Weitere Maßnahmen angekündigt

„Wir konnten in der warmen Jahreszeit allerdings noch nicht tätig werden“, beschreibt Oßwald die Schwierigkeit, die entsprechenden Handwerksfirmen zu gewinnen. Nach seinen Angaben soll nun aber im Januar die bauliche Rettungsaktion gestartet werden. „Der angebrochene Balken wird also von innen abgestützt“, erklärt der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. Oßwald kündigte zudem weitere Maßnahmen im und am mittelalterlichen Domizil der Gemeinde an. Unter anderem ist dabei die Fassade sowie der Toilettenbereich im Blick. Wichtig für die Gemeinde: „Die Finanzierung ist gesichert“, betonte Frieder Oßwald.

Bilder

Vorausschauend weiß der Vorsitzende, dass dann die Gemeindegruppen kurzfristig an anderen Orten zusammenkommen müssen. „Wir werden versuchen, auf andere Räume auszuweichen“, blickt Oßwald allerdings optimistisch in die Zukunft.