Salzwedel l Im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt Maskenpflicht und zwar bereits seit dem 23. April. Nicht alle nehmen das ernst, wie ein Fahrgast bei einer Fahrt von Klötze nach Salzwedel beobachtet hat. Der Busfahrer habe dies auch nicht durchgesetzt. Im Gegenteil: „Maske braucht ihr bei mir nicht“, habe er gesagt, wie der Fahrgast in einem Brief an die Volksstimme geschrieben hat. Das Schreiben ging auch an die zuständige Personenverkehrsgesellschaft (PVGS).

Deren Geschäftsführer Ronald Lehnecke ging der Sache nach, wollte beide Parteien zu einer Aussprache zusammenbringen. Dazu kam es nicht. Der Fahrgast habe seine Vorwürfe, die sich noch auf andere Ungereimtheiten während seiner Fahrt bezogen, weitgehend zurückgenommen. Was die Masken anbelangt, steht Aussage gegen Aussage.

Es wird kontrolliert

Fakt sei, die Pflicht, während der gesamten Busfahrt einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, bestehe und werde kontrolliert, wie Lehnecke betont.

Das gilt ab dem 1. Schultag auch für alle Mädchen und Jungen, die mit dem Bus zur Schule fahren. Wer älter als sechs Jahre und nicht aus gesundheitlichen Gründen vom Tragen einer Schutzmaske befreit ist, muss sie beim Ein- und Aussteigen sowie während der ganzen Fahrt aufsetzen.

Die Busfahrer könnten dies meist nur beim Einsteigen genau nachvollziehen, weil sie sich auf den Straßenverkehr konzentrieren müssten, sagt Lehnecke. Sollten sie bemerken, dass es Fahrgäste mit dem Masketragen nicht so genau nehmen, gebe es eine vorgefertigte Ansage, die abgespielt werde. Dabei sollten die Fahrgäste auch gegenseitig darauf achten. „Es geht ja darum, sich selbst und andere zu schützen“, betont der PVGS-Geschäftsführer.

Vom Hausrecht Gebrauch machen

Nach seinen Kenntnissen klappe das bislang gut. Auseinandersetzungen dahingehend seien ihm nicht bekannt. Sicherlich brauche der eine oder andere noch einmal einen Hinweis, aber Wutausbrüche bis hin zur Körperverletzung, wie woanders bereits vorgekommen, habe es im Altmarkkreis bislang nicht gegeben. Allerdings wird auch niemand hinausgeworfen, wenn er sich nicht an die Maskenpflicht hält. „Bei wiederholten Verstößen würden wir von unserem Hausrecht Gebrauch machen und schlimmstenfalls die Polizei rufen“, erklärt Lehnecke.

Die PVGS habe vom Kreis einen gewissen Vorrat an Masken erhalten, damit niemand an der Haltestelle stehen gelassen werden müsse, wenn er seinen Schutz einmal vergessen habe. Dafür könnten auch Tücher oder Schals genutzt werden. Hauptsache, Mund und Nase sind bedeckt. Grundsätzlich sollten die Eltern darauf achten, dass ihre Sprösslinge damit ausgestattet sind. Lehnecke: „Sie brauchen ihre Masken ja auch in der Schule.“ Es werde nicht so sein, dass der Busfahrer jeden Tag neue verteile.