Salzwedel l Corona-Impfungen außerhalb der vorgegebenen Priorisierung haben für Empörung gesorgt. Für angebrochene Dosen gibt es im Altmarkkreis eine klare Verfahrensweise. Inzwischen ist ein neues Problem aufgetaucht: Vorbehalte gegenüber dem Impfstoff von AstraZeneca.

Es steht klar fest, wer zuerst immunisiert werden soll: Personen im Alter über 80 Jahre, Pflegekräfte, medizinisches Personal in Krankenhäusern, Notaufnahmen, Rettungsdiensten, Zahnärzte und Mitarbeiter in Impf- und Testzentren. Wenn sie ihre Impftermine nicht wahrnehmen können, ohne sich abzumelden, sich kurzfristig umentscheiden oder aus anderen Gründen nicht immunisiert werden können, kann es passieren, das angebrochene Impfdosen übrig bleiben. In einigen Fällen, wie am Altmark-Klinikum, sind damit Leute geimpft worden, die noch nicht dran waren.

Nachrückerlisten

Eigentlich kommen sogenannte Nachrückerlisten zum Tragen. Darauf sind Bürger vermerkt, die älter als 80 Jahre sind und innerhalb von höchstens 20 Minuten zum Impfzentrum kommen können. Das werde abgefragt, sobald es zu einem Kontakt zu den Impfwilligen kommt – ebenso die telefonische Erreichbarkeit, erklärt Kreissprecherin Birgit Eurich.

Ob und wie viel Impfstoff an einem Tag nicht wie geplant verwendet werden kann, stelle sich meistens erst etwa 30 Minuten vor Schließung des Impfzentrums heraus. Weil sich erst dann einigermaßen verlässlich abschätzen lasse, wie viele Angemeldete einen Termin nicht wahrgenommen haben. Oder ob zum Beispiel eine Dose noch zusätzlich angebrochen werden muss. Daraus kann eine Impfstoff-Menge für sechs Spritzen hergestellt werden.

Bis vor kurzem habe es vom Gesundheitsministerium keine Regelungen gegeben, wie mit Impfstoffresten verfahren werden soll. Das sei ein Problem gewesen. Eurich: „Auch beim besten Management können solche Vorgänge entstehen.“ Inzwischen bekommt der Kreis vom Land auch den Impfstoff des Unternehmens AstraZeneca. Er ist für Menschen im Alter unter 65 Jahren vorgesehen.

Angebote für Pflegedienstmitarbeiter

Am Montag hätten alle Mitarbeiter von Pflegediensten ein Impfangebot erhalten. Eurich: „Dazu gab und gibt es Sondertermine sowohl in Gardelegen als auch in Salzwedel.“ Sie stünden auch für Mitarbeiter in Zahnarztpraxen, für Pflegekräfte und Rettungsdienstler zur Verfügung. Es habe sich vor Ort herausgestellt, dass sich einige Berechtigte der Prioritätsstufe I die Vakzin von AstraZeneca nicht spritzen lassen wollen. „Es hätten deutlich mehr sein können, die an dem Tag eine Immunisierung erhalten“, schätzt sie. Das verschärfe die Situation mit Impfdosen, die nicht wie geplant zum Einsatz kommen.

Die am 8. Februar in Kraft getretene geänderte Impfverordnung greife dieses Problem auf. Sie schaffe eine flexiblere Handhabungsweise unter Einhaltung bestimmter Vorgaben. „Das heißt, dass in Einzelfällen von den Priorisierungsregeln insgesamt abgewichen werden kann. Insbesondere, wenn dies für eine effiziente Organisation der Schutzimpfungen notwendig ist“, erklärt die Kreissprecherin.