Salzwedel l Unsicherheitsfaktor Corona: Das scheint für viele Westaltmärker der Fall zu sein. Zwar sind die meisten gut informiert, wie sie sich und andere schützen können – Stichworte Schutzmaske und Abstand – dennoch bleiben Fragen offen. Beispielsweise nach dem Verhalten, wenn ein Corona-Test positiv ausfällt oder was es mit den Kontaktpersonen genau auf sich hat.

Kontakt von Hausarzt oder Gesundheitsamt

Nach einem positiven Corona-Test erfolge der Kontakt zunächst telefonisch „durch das Gesundheitsamt oder den Hausarzt“, erläutert Kreissprecherin Birgit Eurich. Dann gilt es, einige Fragen zu beantworten. Zunächst einmal: wann, wo und von wem der Betroffene getestet wurde. Auch würden die Symptome abgefragt, sprich, wie sich die Infektion auswirkt und seit wann.

Weiterhin wird nachgehakt, wer alles mit der positiv getesteten Person in einem Haushalt lebt, wer Kontaktpersonen im Umfeld sind und waren, zu wem Kontakt bestand und ob sich der Betroffene in einem Risikogebiet aufgehalten hat.

Bleibt die Frage: Was definiert eine Kontaktperson mit höherem Infektionsrisiko?

Dabei handele es sich laut Angaben der Verwaltung um Menschen, die mit einer positiv getesteten Person mindestens 15 Minuten Kontakt von Angesicht zu Angesicht hatten, beispielsweise in der Familie.

Weiterhin sind das jene Menschen, die mit Sekreten oder Körperflüssigkeiten des Infizierten in Berührung kamen: Zum Besipiel durch Küssen, Anhusten, Anniesen, Kontakt zu Erbochenem oder auch Mund-zu-Mund-Beatmung.

Gleiches gilt für Feiern, gemeinsames Singen, Sport oder beim Aufenthalt von mehr als 30 Minuten im selben Raum.

Kita, Büro und Schule

Auch das gemeinsame Aufhalten auf engem Raum mit einer auf Covid-19 getesteten Person, zum Beispiel in der Kita, in Büro oder Schule, macht aus einem Menschen eine Kontaktperson. Weiterhin zählt medizinisches Personal dazu, welches ohne Schutzbekleidung und mit wenig Abstand Kontakt hatte.

Das Gesundheitsamt sei dabei in jedem Fall auf die ehrlichen und vollständigen Angaben der betreffenden Personen angewiesen, so die Kreissprecherin: „Das Gesundheitsamt kann nur mit Angaben arbeiten, die gemeldet werden.“

Sollte eine Kontaktperson in Quarantäne müssen, setzt der Altmarkkreis auf Eigenverantwortung. Eurich: „Dann sind Mitarbeit und Disziplin gefragt, um sich im eigenen Haushalt zu separieren und Kontakte zu meiden.“

90 Prozent der Leute sind einsichtig

Ordnungsämter und Polizei sind bei Kontrollen nämlich nur noch mit einem „stumpfen Schwert“ unterwegs, nachdem keine Bußgelder wegen Corona-Vegehen mehr möglich sind, erklärt der zuständige Dezernent im Altmarkkreis Hans Thiele. „Wir versuchen uns in Überredungskunst“, sagt er. Wenn jemand keine Maske aufhat und die Mindestabstände nicht einhält, werde er bei stichprobenartigen Kontrollen von den Mitarbeitern freundlich darauf hingewiesen. In 90 Prozent der Fälle seien die Angesprochenen reumütig und würden entsprechend reagieren. Es gebe aber auch Zeitgenossen, die uneinsichtig sind, die Kontrolleure anpöbeln und beschimpfen. Das müssten die Mitarbeiter dann ertragen. Als rechtliches Mittel bleibe schlimmstenfalls eine Anzeige wegen Beleidigung.

Bei Versammlungen wie Demos seien allerdings Platzverweise möglich. Ebenso könnten Veranstalter und Gastronomen bei Uneinsichtigen von ihrem Hausrecht Gebrauch machen. Beispielsweise, wenn Leute sich weigern, persönliche Angaben einzutragen oder Fantasienamen angeben. Die Daten würden vier Wochen aufbewahrt und ausschließlich dann vom Gesundheitsamt ausgewertet, wenn Kontaktpersonen zu ermitteln sind, so Thiele.

Im Öffentlichen Personennahverkehr werde die Maskenpflicht eigentlich eingehalten. „Auch die Schüler sind alle ganz brav“, schätzt der Dezernent ein. In den Supermärkten klappe es meist ebenfalls gut. Wer dort keine Maske trägt, müsse damit rechnen, von anderen Kunden angesprochen zu werden.