Arendsee l Ein bisschen Wehmut schwingt schon mit, als Heidrun und Gerhard Bohlmann zusammen mit Horst Danny Gergel und Simone Berndt in den Chroniken ihrer Minigolfanlage am Arendsee blättern. Dort ist akribisch alles aufgezeichnet, was sich von Anfang an auf dem Areal neben Charlys Kaffeegarten getan hat.

Angefangen vom von der Stadt zu ändernden Flächennutzungsplan im Jahre 1992, über den mühevollen Aufbau der Bahnen, die Gründung der Abteilung Bahnengolf beim Arendseer Turn- und Sportverein bis hin zur Anerkennung als Austragungsort von Bahnengolfturnieren aus Kreis-, Landes- und Bundesebene durch den Landessportbund sowie die Erfolge in dem Bereich - alles ist in Text und vor allem Fotos dokumentiert.

Angst vor dem Aus

„Als wir vor einem Jahr ankündigten, dass wir uns zur Ruhe setzen wollen, herrschte Aufregung bei unseren Stammgästen“, erinnert sich Heidrun Bohlmann. „Viele befürchteten, dass die Anlage schließt“, ergänzt sie. Denn auch nach einem Aufruf in der Volksstimme habe sich kein Interessent gefunden, der sie übernimmt.

Bilder

Das sollte aber nicht so bleiben: Im Mai 2019 hörte Klausenwirt Horst Danny Gergel vom Campingplatz am See von dem Problem. Er, besser bekannt unter seinem Spitznamen Borschi, und seine Lebensgefährtin Simone Berndt erkundeten die Lage, kamen mit Bohlmanns ins Gespräch und schließlich in Verhandlung.

Schon mal reingeschnuppert

„Denn die Anlage ist zu schön und zu einmalig, als dass sie den Bach runter gehen sollte“, betont Gergel. Außerdem sei sie ein Tourismusmagnet und auch Anziehungspunkt für Einheimische. „Wir wollen den Minigolfbetrieb genauso beibehalten wie bisher und freuen uns auf die neue Saison, unsere erste eigene“, sagt er. Ins Geschäft hineingeschnuppert hat das Paar schon mal vertretungsweise. „Das macht uns Spaß“, ist der einhellige Tenor.

Auch die Arbeit an den Wochenenden schreckt beide nicht. Das kennen sie als Selbstständige nicht anders. Zum Saisonabschluss am 3. Oktober auf der Minigolfanlage ist zugleich feierliche Schlüsselübergabe.