Salzwedel l Es ist eines der ehrgeizigsten Infrastrukturprojekte der Deutschen Bahn: Der Ausbau der Strecke zwischen Uelzen und Halle/Saale, der sogenannte Ostkorridor Nord. Ziel der Maßnahme ist, eine bessere Anbindung des Güterverkehrs von Mitteldeutschland an die Nordseehäfen zu schaffen. Ein Herzstück stellt dabei der zweigleisige Ausbau der Trasse zwischen Stendal und Uelzen dar. Im Jahre 2028 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

In regelmäßig stattfindenden „runden Tischen“ informiert die Bahn in den Orten, die entlang der Strecke liegen, über den Fortgang der Arbeiten. Nachdem im Februar in Pretzier diskutiert wurde, ging es am Dienstag im Salzwedeler Hotel Union in einem nicht-öffentlichen Rahmen weiter. 25 Teilnehmer tauschten sich mit Projektleiter Andeas Hartwig aus. Vor Ort waren ebenfalls Vertreter des Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA), der für die Bereitstellung des Personenverkehrs im Bundesland verantwortlich ist.

Zahl der Züge soll steigen

Sehr viele Neuigkeiten brachte die Gesprächsrunde dann aber doch nicht zu Tage. Dass die Zahl der Züge, die täglich auf der Trasse unterwegs sein werden, um ein Vielfaches steigt, ist ein erklärtes Ziel des Vorhabens und schon länger bekannt. Eine Folge, die in erster Linie Autofahrer betreffen wird: Die Bahnübergänge werden häufiger ihre Schranken schließen. Schließt beispielweise der Bahnübergang Brietz derzeit im Durchschnitt am Tag vier Minuten pro Stunde, wird die Schließzeit auf 13 Minuten pro Stunde steigen.

Derweil hat die Erstellung des Lärmschutzgutachtens begonnen. Die Gebiete, die vor-aussichtlich von freier Schall-ausbreitung betroffen sind, wurden bereits identifiziert. Die Gebäude-und Höhendaten wurden von den Vermessungsämtern ebenfalls eingeholt. Erste Lärmschutzmaßnahmen werden in Kürze vorgeschlagen. Der genaue Zeitpunkt steht aber noch nicht fest.

Bangen um Haltepunkt Steinfeld

Die Vertreter der NASA bekräftigten derweil, dass von Haltepunkten zwischen Stendal und Salzwedel einzig Steinfeld zur Disposition stehe. Verhandlungen mit dem Landkreis Stendal zum Erhalt liefen aber schon. Eine gute Nachricht für Pendler hielt die NASA ebenfalls noch bereit: Ist die Strecke zweigleisig befahrbar, könnten Bahnhöfe, die derzeit nur von den Regionalbahnen angefahren werden, in den Fahrplan des Regionalexpresses integriert werden. Dies ist möglich, weil Wartezeiten aufgrund von Zugüberholungen zukünftig wegfallen.