Arendsee l Morgens im Büro der Luftkurort Arendsee GmbH im Haus des Gastes: Geschäftsführer Michael Meyer, seit 1. Juli 2018 wieder voll im Dienst, berät mit seiner Stellvertreterin Sonja Nowak und Mitarbeiterin Katrin Schrader, wie man am besten auf die Besucheranstürme im Strandbad reagiert. Knackpunkt sind die Sanitäranlagen, für die angesichts der anhaltenden Hitze mit über 30 Grad Celsius und des Gästestroms mehr Reinigungsaufwand nötig wird.

22 Mitarbeiter beschäftigt die GmbH, 100-prozentige Stadttochter. In der Saison sind noch zusätzliche Hilfskräfte an Bord. Dann sind Telefonate fällig wegen zusätzlicher Funkgeräte für das Personal am Strand und auf dem Campingplatz, ist Vorsorge zu treffen für Havarien des automatischen Kassensystems und, und, und ... Und Schwimmmeister Danny Weber wird darüber informiert, dass die neue Leiter für die Schwimmplattform da ist. „An der alten Leiter war eine Stufe kaputt, aber die gibt es nicht einzeln zu kaufen, da mussten wir gleich eine ganze Leiter nehmen", bedauert Meyer.

Wasserqualität

Trotzdem drängten sich die Badelustigen dort, sprangen ins kühle Nass oder ruhten sich bei einem Zwischenstopp vom Schwimmen aus. Zwischendurch bauten Schwimmmeister Danny Weber und einer seiner Rettungsschwimmer, Tim Weber, sein Sohn, die neue Leiter am Mittag an. Zwischendurch steckt Weber die aktuellen Werte für Luft- und Wassertemperatur an die Tafel: 32 Grad an Land, 24 Grad im Wasser. „Und dieses Wasser hat trotz der extremen Hitze und Sonneneinstrahlung exquisite Qualität und Sichttiefen", machte Danny Weber deutlich. Mit seinen Kollegen hat er den Badebetrieb stets im Blick. Auch die Stand-Up-Paddler.

Währenddessen hat Michael Meyer und sein Team derzeit neben viel organisatorischer und planerischer Arbeit eher Grund zur Freude: Die maximalen Temperaturen und Sonnenschein bescheren der GmbH permanent hohe Besucherzahlen. „Aktuell sind das fast täglich 2000 Leute, die zu uns ins Strandbad kommen", so Meyer. Am Wochenende sei auch der Campingplatz ausgebucht gewesen. Das steigert die Übernachtungszahlen.

Schwarze Zahlen

„Und wir sind glücklich, weil wir davon ausgehen, dieses Jahr schwarze Zahlen zu schreiben und ein Plus einzufahren", betonte Meyer. Ganz im Gegensatz zu den Vorjahren, wo es wegen schlechter Sommer regelmäßig zu Mindereinnahmen und einem Minus in der Geschäftskasse kam, das die Stadt ausgleichen musste.

Andererseits werde sich durch den erhöhten Betrieb von Riesenrutsche und Wasserspielgärten die Ausgabe für den berühmten Wassercent ans Land erhöhen. Jährlich müsse dafür normal zwischen 5000 und 6000 Euro bezahlt werden. Das sei aber nur bei normalem Betrieb so, also wenn die Anlagen  bei Bedarf eingeschaltet und zirka vier Stunden täglich laufen. „Aber jetzt lassen wir sie von 9 bis 20 Uhr laufen – also elf Stunden – wie viel das am Ende kostet, sehen wir dann", meint Meyer. Eine Ermäßigung sei beantragt. Diskutiert werden müsse das nicht, das sei Gesetz. „Auch wenn wir das Wasser gar nicht wirklich entnehmen, denn wir führen es ja, zumal noch mit Sauerstoff angereichert, wieder in den See zurück."

Termine

Nach einem Sommerfest mit Feuerwerk am Strand, organisiert von einem Eventpartner, soll es am 5. August ein Livekonzert mit „Krähe", dem einstigen „Six"-Frontmann, geben und am 11. August das Bankdrücken der Kraftsportler aus ganz Deutschland. Krönender Höhepunkt ist am 1. September das Drachenbootrennen Arenddrago.