Arendsee l „Das ist unsere Premiere auf dem Weg weiter in die Ganzjährigkeit des Jugendfilmcampprojekts: Das erste Camp für die Starterkids hat begonnen“, informierte Campchef Norman Schenk und strahlt dabei vor Freude. Zum ersten Mal machen Mädchen und Jungen im Alter von 12 bis 15 Jahren mit. „Sie wohnen nicht wie die anderen 43 Jungfilmer des Classiccamps – 16 bis 25 Jahre alt, aus Deutschland, Österreich, aus der Altmark, dem Harz und Magdeburg kommend – in den Wohnwagen im ehemaligen örtlichen Ferienlager, sondern im Integrationsdorf“, beschreibt Schenk. „Ihre Eltern haben übrigens in den umliegenden Pensionen und Hotels Quartiere bezogen.“

Und hier im Ida wagen sie sich unter Anleitung erfahrener Profidozenten an die ersten Schritte des Filmemachens. Mit Schauspieler Michael Jussen spielen sie erste eigene und selbst entworfene Szenen. „Sie nutzen hier eigene erste Lebenserfahrungen in selbst inszenierten Szenen und sollen später die Emotionen in anderen Szenen wieder abrufen können“, benennt Schenk den Anspruch. Und lobt ebenso wie Jussen das Talent, aber auch die Bereitschaft der Schauspieleleven sich einzulassen und zu experimentieren.

"Bin ich allein?"

Mit Noemi Solombrina, Schauspielerin und Kamerafrau mit Camperfahrung, lernen die Teilnehmer den Umgang mit der Kamera. Dabei kommt einigen zugute, selbst schon Videos gedreht zu haben. Aber eine große Kamera ist eben ein ganz anderes Format. Ebenfalls mit im Boot ist Kameramann Till Eitner, der fast von Anfang an zu Schenks Campteam gehört und der sich in Schrampe angesiedelt hat. Mit ihm entwerfen die Akteure Drehbuch und Inszenierungsvarianten. Es gelte, eine Botschaft rüberzubringen, einen Kernsatz spielerisch darzustellen. Mit seinen Vorschlägen „Warum immer ich?“ oder „Jeder ist seines Glückes Schmied!“ konnte er sich allerdings nicht durchsetzen. Die Wahl fiel schließlich auf ein vieldeutiges „Bin ich allein?“

Bilder

Wie das Ganze am Ende als Film rüberkommt, wird eine Überraschung. „In den Gruppen entstehen Drehbücher für drei verschiedene Filme, und die dürfen nur 90 Sekunden lang sein, sollen neun Kameraeinstellungen an einem Drehort haben“, stellt Schenk klar. Und besagten Kernsatz enthalten. Dann folgten den Einarbeitungstagen der Testdrehtag und der lange Drehtag für die Endfassung. „Die Kinder haben vormittags und nachmittags je drei Stunden zu tun, danach ist für sie Freizeit, in der sie zwei Betreuer begleiten“, so Schenk.

Filmfestival

Im Camp der Großen ist der ganze Tag dem Filmen gewidmet. Auch nach dem Abendessen können die Jugendlichen sich nicht von dem Metier trennen, was vielleicht für einige einmal zum Beruf wird. Nachtaufnahmen, Drohnenfliegen, Stunt-, Virtual Reality- und Game-Workshops und mehr stehen bei ihnen auf dem Programm. Nach einer Woche legen sie ihre Kurzfilme vor, lassen sie im Studiokino laufen und stellen einige davon auch beim Filmfestival am 8. September vor.