Waddekath l „Derzeit wird ganz Deutschland nach geophysikalischen Grundlagen untersucht, wo die Gegebenheiten für solch ein Endlager passen könnten“, informierte Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß die Ratsmitglieder am Mittwochabend. Erst im dritten Quartal 2020 werde entschieden, welche Bereiche weiter untersucht und welche raus fallen würden, hatte er vom Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) erfahren. Es gebe noch keine Erkundungsbohrungen. „Nach jetzigem Stand ist noch keine Region im gezielten Fokus, wurde mir gesagt“, berichtete Fritz Kloß.

Doch der Fakt, dass es in Magdeburg eine Informationsrunde zum Verfahren gegeben habe, die Westaltmärker jedoch nicht eingeladen worden waren, sorgte für Diskussionsstoff in der Region. Auch während der Ratssitzung.

Selbst aktiv werden

„Wenn wir nichts machen, dann gehen wir die Gefahr ein, dass Waddekath in die engere Wahl kommt“, befürchtet Ratsfrau Angelika Scholz. Die hier Lebenden müssten die Initiative ergreifen und sich wehren, damit solch ein Endlager nicht in die Region komme. „Es wäre gut, wenn wir als Einwohner beim Kreistag aufschlagen und dort unsere Befürchtungen aussprechen“, regte sie an. Der Kreis könne um Unterstützung gebeten werden.

Dorit Nieber, Ratsfrau aus Waddekath, verwies darauf, dass der Verein „ausgestrahlt“ (gemeinsam gegen Atomenergie) eine alternative Statuskonferenz zur Standortsuche am 9. November in Hannover veranstalte. Dabei solle es unter anderem darum gehen, wie sich Bürger wehren und Betroffene einmischen könnten. Dort mit dabei zu sein, wäre sicher hilfreich, um für die nächste Zeit gut gewappnet zu sein. Denn Stillhalten bringe nicht weiter.

Der Untergrund ist durchlöchert

„Die Standortsuche läuft seit 2017. Zwischenergebnisse gibt es im Herbst 2020. Wir sollten versuchen, an Informationen zu kommen“, merkte Dorit Nieber an.

„Ich halte es nicht für verkehrt, den Landkreis aufzuwecken“, machte Gemeinderat Daniel Rieck klar. „Wichtig ist, dass wir wissen, was passiert“, fügte Ratsherr Matthias Nieschlag hinzu. Ratsmitglied Detleff Bill verwies darauf, dass es in der Region um Waddekath zu DDR-Zeiten ganz viele Bohrungen gegeben habe, um Erdöl zu finden. Der Untergrund sei durchlöchert. „Ich denke nicht, dass das alles dokumentiert ist“, merkte er an und ergänzte, dass dadurch Schwierigkeiten beim Versiegeln eines Endlagers auftreten könnten.

Das gesamte Verfahren, bis hochradioaktive Abfälle sicher gelagert werden könnten, werde wohl 30 Jahre dauern, sagte Fritz Kloß.