Es ist ein Ort der Ruhe, der Gelassenheit und des inneren Seelenfriedens. Nicht umsonst heißt es Stilles Örtchen. Doch wenn die Hand an der Halterung ins Leere greift, kann aus der Tiefenentspannung ein innerer Kriegszustand werden. Erst recht dann, wenn der Schauplatz nicht der vertraute in den eigenen vier Wänden ist.

Und so gesehen bekommt diese Befürchtung gerade eine gewisse Eigendynamik und entwickelt sich zu einem Trauma. Noch nicht auf allen Toiletten der Republik, sondern vorerst nur in einigen Supermärkten und Discountern. Denn mittlerweile zeichnet sich ab: Das Horten von Klopapier beginnt wieder – und keiner weiß, warum.

Engpass droht

Das ist doch für‘n Arsch. Also nicht das Klopapier. Obwohl, doch, das auch. Nein, gemeint ist ein erneut drohender Engpass eines Produktes, welches sonst nie wertgeschätzt, aber von doch so großer Bedeutung scheint. Denn auch in Salzwedel ist schon so manches Regal des wertvollen Papieres leer geblieben.

Doch Grund zur Panik besteht keine. Denn anders als im Frühjahr, als Toilettenpapier gebunkert wurde wie Bierkisten im Angebot für 7,99 Euro, gibt es nun Alternativprodukte in Hülle und Fülle. Wenn also das Klopapier mal wieder ausverkauft ist, bleibt noch das überreichlich vorhandene Weihnachtsgebäck. Zum einen kann damit der Frust in Form von Lebkuchen im Bauch versenkt und zum anderen die dadurch gewonnene Verpackung auf dem Stillen Örtchen zum bunten Alleswischer werden. Gut, raschelt vielleicht etwas und ist nicht so weich, aber immerhin wird es wiederverwertet. Umweltgedanke und so. Und unterm Strich wird die Wirtschaft angekurbelt. Mehr Lebkuchenherzen, öfter auf Toilette. Was ein Kreislauf.

Man kann es aber auch lassen. Einfach nicht so viel Klopapier kaufen, als würde man damit tapezieren. Denn dann passiert was Interessantes: Kein Engpass!