Pretzier l Nein, ausgesprochen leicht hatten die Archäologen es nicht auf dem Acker zwischen Pretzier und Riebau. Der häufige Regen und die niedrigen Temperaturen setzten ihnen zu. Der für Grabungen ohnehin schon nicht besonders gut geeignete Lehmboden machte es der Mannschaft um Antje Lehmannn und Barbara Fritsch vom Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege noch schwerer. Zumal sich die Baustelle der Firma Engie auf eine Länge von gut zwei Kilometer erstreckt.

Siedlungen schon zur Eisenzeit

Allen Widrigkeiten zum Trotz wurden die Archäologen auf dem Feld fündig. „Im Laufe unserer Arbeit haben sich drei Hauptfundorte herauskristallisiert“, berichtet Antje Lehmann. Diese weisen darauf hin, dass in der Gegend um Pretzier bereits in der Eisenzeit (begann etwa 800 vor Christus und endete im 1. Jahrhundert vor Christus) Menschen gesiedelten.

Der genaue Zeitpunkt liegt noch im Unklaren. „Ganz genau konnten wir die Funde noch nicht datieren“, sagt Barbara Fritsch. Dennoch ist sie sich bereits sicher, dass die Fundstellen nicht ganz alltäglich sind: „Es gibt Hinweise auf Eisenverarbeitung. Das kommt wirklich sehr selten vor.“

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Seltene Funde

Ein Artefakt hat es Antje Lehmann dabei besonders angetan. Ein kreisrunder, keramischer Spielstein. „So ein Objekt finden wir wirklich nicht sehr oft“, schwärmt sie von dem Gegenstand, der vor mehr als 2000 Jahren so etwas wie ein Schmuckstück war.

Wie die anderen Funde wurde der Stein ordnungsgemäß verpackt und zur genaueren Bestimmung nach Halle verbracht. Über die Zusammenarbeit mit den Baufirmen haben die Wissenschaftler übrigens nur Positives zu berichten. „Wir sind auf viel Verständnis gestoßen und haben uns bestens ergänzt“, sagt Antje Lehmann.