Arendsee l „Was fällt euch auf Anhieb als erstes ein zu den Begriffen Demokratie und Rechtsextremismus?“, fragte Referent Wolfgang Höffken vom Landesbüro Sachsen-Anhalt der Friedrich-Ebert-Stiftung gestern die Zehntklässler zur Eröffnung der Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ in der Sekundar- und Gemeinschaftsschule „Theodor Fontane“ in Arendsee. Jeder schrieb Schlagworte auf Zettel, die anschließend mit persönlichen Erklärungen an die Tafel geklebt wurden.

Dabei standen dann Worte wie „Wahlen“, „Meinungsfreiheit“ oder „Menschenrechte“ oder „Volksherrschaft“ auf der einen Seite, „Gewalt“, „Rassismus“, „Todesopfer“ oder „Ausländerhass“ und „Übertreibungen“ auf der anderen Seite.

Stammtischparolen widersprechen

„Rechtsextremismus hat viele Facetten – vom Vorurteil bis zur Gewalttat“, fasste Wolfgang Höffken zusammen. Wenn man Rechtsextremisten nichts entgegensetze, gebe man ihnen die Möglichkeit, das Zusammenleben zu zerstören und die Demokratie auszuhöhlen.

Bilder

Auf den 13 Tafeln der Ausstellung ist anschaulich dargestellt, welche Möglichkeiten die Demokratie hat, aber auch, wie sie unterlaufen wird.

Darum sei es wichtig, rechtsextremen Meinungen und Einstellungen zu widersprechen und entsprechende Aktivitäten nicht hinzunehmen. So wird auch gezeigt, wie Stammtischparolen beispielsweise von der „Unterwanderung des deutschen Volkes“ mit Faktenwissen widerlegt werden könnten. „Die beste präventive Strategie gegen Rechtsextremismus ist die Stärkung der Demokratie. Denn auch wenn es manchmal so scheint: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit“, betonte Höffken. Sie müsse fortwährend neu gelernt und erarbeitet werden und sie brauche engagierte Bürger, die sie gestalten.

Eigenes demokratisches Engagement fördern

Auf weiteren Tafeln geht es um Geschichtliches, wie zum Beispiel die Reichskristallnacht vom 9. zum 10. November 1938, um Wahlen oder auch um die Ausrichtung Europas unter der Überschrift: „Ist Europa auf dem ,rechten‘ Weg?“ Auch Fragen von rechtsextremen Äußerungen oder Verhaltensweisen im Alltag oder Todesopfern in Folge rechter Gewalt sowie das Menschenbild von der „Ungleichwertigkeit“ menschlichen Lebens werden beleuchtet.

Zu den Themenfeldern kamen die Zehntklässler mit Höffken sowie mit Schulsozialarbeiterin Janine Ghyra ins Gespräch. Sie beschäftigten sich zudem mit Fragen zur Demokratie und dem eigenen demokratischen Engagement. Sie werden über die Gefahren des Rechtsextremismus aufgeklärt. Außerdem vermittelt die Ausstellung Handlungsoptionen, mit denen junge Menschen rechtsextremistischen Einstellungen etwas entgegensetzen können.

Im anschließenden Workshop bildeten sie sich zu Ausstellungsguides weiter, die in den nächsten beiden Wochen ihre Mitschüler der Klassen 5 bis 9 durch die Exposition führen. Sie kann auch am Tag der offenen Tür am Freitag, 1. Februar, besichtigt werden.