Salzwedel l Für die Anwohner des Südbockhorns wird es am Dienstagabend spannend. Bei einer Versammlung in der Aula der Lessing-Grundschule an der Thälmannstraße sollen die Hausbesitzer von der Stadtverwaltung erfahren, was die Sanierung der innerstädtischen Durchfahrtsstraße insgesamt kosten soll. Damit wird auch die Höhe der beabsichtigten Straßenausbaubeiträge für die Anwohner greifbar.

Wie Andreas Köhler, in der Verwaltung zuständiger Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit, auf Nachfrage der Volksstimme mitteilte, plant die Hansestadt Salzwedel mit Baukosten in Höhe von rund 1,7 Euro. Wie im Mehrjahresprogramm des Altmarkkreises Salzwedel vermerkt ist, kann die Stadt auf der Grundlage des Gesetzes zur Finanzierung von Investitionen des kommunalen Straßenbaus mit einer Kreis-Zuwendung in Höhe von 744.300 Euro rechnen. Bleibt eine knappe Million, die sich Stadt, der beteiligte Verband kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung (VKWA) und die Anwohner teilen müssen.

Widerspruch der Anwohner

„Die Kommune und die Anlieger werden jeweils mit rund 50 Prozent der Kosten beteiligt“, schreibt dazu Andreas Köhler. Des Weiteren erklärt der Stadtsprecher, dass die Hansestadt Salzwedel nach dem Kommunalabgabengesetz des Landes Sachsen-Anhalt verpflichtet sei, „einen Straßenausbaubeitrag für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung, der Fahrbahn, der Regenentwässerung und der Nebenanlagen wie Gehwege, Begrünung etc. zu erheben“.

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Genau dagegen haben die Anwohner angekündigt in Widerspruch zu gehen. Sie fordern weiterhin, auf die Straßenausbaubeiträge zu verzichten, bis auf Landesebene eine Regelung darüber gefunden ist. Am Südbockhorn sind nach Angaben der Stadtverwaltung 120 Grundstückseigentümer „nach dem aktuell gültigen Kommunalabgabengesetz“ beitragspflichtig.

Doch was wird bei den beiden großen Bauvorhaben der Stadt überhaupt realisiert?

Südbockhorn

Voraussichtlich im Mai sollen die Bauarbeiten beginnen, teilt die Stadtverwaltung auf Nachfrage mit. Der Südbockhorn wird auf einer Länge von 485 Metern zwischen der Kreuzung „Dreiländereck“ (Böddenstedter Weg/Jahnstraße) und Abzweig Neuperverstraße grundhaft saniert. Dabei erhält vor allem der Abschnitt zwischen Böddenstedter Weg und dem Abzweig zum Nordbockhorn ein neues Antlitz. Das Dreiländereck wird umgestaltet. Dort entfällt unter anderem der separate Abzweig vom Böddenstedter Weg.

In Richtung Innenstadt sollen von dort an senkrecht zur Fahrbahn neue Parkplätze entstehen. Ansonsten wird die Straße mit „einer Fahrbahnbreite bis 5,50 Meter in Asphaltbauweise und beidseitiger Gossenführung und Bordanlage aus Beton mit integrierten Parkflächen in Längsaufstellung“, so kündigt es der Stadtsprecher an, hergerichtet.

Im Bereich der Einmündung zum Nordbockhorn soll der Verkehrsbereich einengend umgestaltet werden, „so dass die Verkehrsführung eindeutig wird“. Gearbeitet wird unter Vollsperrung. „Umleitungen werden rechtzeitig bekannt gegeben, kündigte Andreas Köhler an.

Altperverstraße

Bereits heute beginnen die Bauarbeiten an der Altperverstraße zwischen dem Kreisverkehr Brückenstraße und der Einmündung zum Chüdenwall. Die Kreuzung am Chüdenwall ist deshalb mindestens bis zum Ende der Woche für den Verkehr komplett gesperrt.

„Die Altperverstraße hat eine Ausbaulänge von 310 Metern mit einer Fahrbahnbreite von 6,50 Meter“, informiert Andreas Köhler. Auch dort steht die Erneuerung der Straßenbeleuchtung, Straßenentwässerung und die Leerverrohrung auf dem Bauplan. Vom buckeligen Kopfsteinpflaster müssen sich die Verkehrsteilnehmer verabschieden. Gebaut wird „in Asphaltbauweise mit wechselseitigen Parkstreifen aus Betonsteinpflaster und beidseitiger Gehwegführung“.

Die Arbeiten sollen sich nach Angaben der Stadtverwaltung bis zum 30. November hinziehen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 950.000 Euro, wie Bauamtsleiterin Martyna Hartwich bereits Ende des vergangenen Jahres informierte.

Am Montag (25. März) begann die beauftragte Baufirma bereits mit der Einrichtung der Baustelle. Jeden Donnerstag soll es vor Ort ab 14 Uhr ein öffentliche Baubesprechung geben. Die Anwohner wurden darüber bereits informiert.