Salzwedel l Es begann im Herbst 2015. Viele Flüchtlinge kamen nach Deutschland, auch in den Altmarkkreis Salzwedel. Mitarbeiter der Kreisverwaltung hatten die Turnhalle des früheren Kollwitz-Gymnasiums provisorisch als Unterkunft hergerichtet und luden vorab alle Interessenten zu einem Tag der offenen Tür ein. Auch Christiane Lahne nutzte die Gelegenheit.

Da sei sie gefragt worden, ob sie sich vorstellen könne, beim Sprachunterricht für die neu Angekommenen zu helfen, erinnert sich Christiane Lahne, die als Lehrerin Deutsch und Sport, später auch Ethik und Philosophie unterrichtet hatte. Sie bat zunächst um die Gelegenheit für eine Hospitation. „Mit unglaublich großem Engagement unterrichtete sie in der Asylunterkunft ,Deutsch als Frendsprache - Sprachliche Erstorientierung‘ , beschreibt Volkshochschul-Leiterin Cornelia Blödow, die Christiane Lahne als Kandidatin für den Bürgerpreis 2018 vorgeschlagen hatte, deren Einsatz.

Wie unterrichtet man Menschen, die mitunter nicht in ihrer eigenen Sprache schreiben können, in einer Fremdsprache? Sie habe die Buchstaben ausgedruckt und Symbole dazu gestellt, erzählt Christiane Lahne. Ihre Schüler lernen sehr gewissenhaft, so ihre Erfahrung.

Weit mehr als Sprachunterricht

Ihr Einsatz geht inzwischen weit über den Sprachunterricht hinaus. Die Hilfe, die Christiane Lahne den aus Afghanistan, dem Iran, Syrien oder Indien geflüchteten Menschen zuteil werden lässt, umfasst Unterstützung bei Arztkonsultationen und Behördengängen ebenso wie Unterstützung bei der Wohnungssuche. Was einfach klingt, kann im Einzelfall kompliziert sein. Die Schicksale der Menschen und die Wege, auf denen sie in den Altmarkkreis kamen, sind mitunter sehr komplex. Mehrfach nehme die psychosoziale Beratung der Flüchtlinge, die oft traumatische Erlebnisse hinter sich haben, einen breiten Raum ein, verweist Cornelia Blödow. Mit Herzblut und großem Engagement sei Christiane Lahne immer bereit zu helfen. Oft klingelt bei ihr das Telefon.

Sicher, mitunter erlebe man auch Enttäuschungen, sagt Christiane Lahne. Doch in der Philophie Immanuel Kants, vor allem in seinem Kategorischen Imperativ, dem zufolge das eigene Handeln stets Basis für ein Gesetz sein soll, findet sie immer wieder Kraft. Ebenso in der Dankbarkeit, die ihr für ihre Hilfe zuteil wird, und in der Gewissheit, keine Einzelkämpferin zu sein. Ehemann Holger Lahne unterstützt seine Frau ebenso wie mehrere Freunde.

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