Gardelegen/Salzwedel l Mit den täglich meist im zweistelligen Bereich gemeldeten Corona-Neuinfektionen im Kreisgebiet steigt die Belastung auf der Covid-Station des Gardelegener Krankenhauses. „Die Situation ist angespannt, bedingt durch den Mehraufwand an pflegerischer und ärztlicher Leistung für Corona-Patienten und aufgrund zunehmender Personalausfälle wegen Krankheit oder Quarantäne“, erklärt die Pressesprecherin des Altmark-Klinikums, Ivonne Bolle, auf Anfrage der Volksstimme.

Das gelte auch für die Intensivstationen. Auf einer interaktiven Karte der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin – kurz DIVI – war am Dienstag (15. Dezember) angezeigt, dass mit Stand 14 Uhr von insgesamt momentan verfügbaren 16 Intensivbetten an beiden Krankenhausstandorten zehn belegt sind. Zwei davon mit Covid-Patienten, wovon einer intensiv beatmet wird.

Die Belastungsgrenze sei erreicht. Die Klinikleitung müsse dementsprechend reagieren, um die Ressourcen in nächster Zeit gezielt einzusetzen. Geplante stationäre Aufnahmen, die medizinisch nicht notwendig sind, würden verschoben. Ausgenommen sind unter anderem Tumorpatienten. Bolle: „Kapazitäten für Akut- und Notfälle werden vorgehalten, um unserem leitliniengerechten medizinischen Versorgungsauftrag Folge zu leisten.“

Einweisungen nach medizinischer Dringlichkeit

In diesem Zusammenhang appelliert die Klinikleitung an die Hausärzte, die stationären Einweisungen nach der medizinischen Dringlichkeit zu betrachten. Ein Weg sei auch, sie mit den Klinikärzten vorab abzusprechen. Mit einem Informationsschreiben würden die niedergelassenen Ärzte dahingehend informiert.

Die Belastung sei in der Pandemie-Situation für alle Mitarbeiter eine Herausforderung, besonders für diejenigen, die in der Intensivmedizin tätig sind. „Mit der Reduzierung der geplanten Operationen, kann Personal in intensivmedizinischen Bereichen eingesetzt werden, um sich gegenseitig zu entlasten“, erklärt die Sprecherin.

Radiologie passt Öffnungszeiten an

Verlegungen in andere Krankenhäuser seien oft nicht möglich, weil die Situation dort ähnlich sei. Die ambulante Praxis für Radiologie im Krankenhaus Salzwedel hat aufgrund der erhöhten Inzidenzzahl und um das Patientenaufkommen besser zu steuern, die Öffnungszeiten modifiziert: Ambulantes Röntgen kann bis zum 10. Januar nur noch zu folgenden Zeiten stattfinden: Montag bis Freitag von 8 bis 10.30 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 14 bis 16.30 Uhr.

Ausgenommen seien medizinische Notfälle wie zum Beispiel Verdacht auf Knochenbrüche, Schädel-Hirnverletzungen, Schlaganfälle oder lebensbedrohliche Baucherkrankungen. Untersuchungen, die ohnehin terminiert werden wie zum Beispiel Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie, Mammographie und ähnliches seien ebenfalls nicht betroffen.