Salzwedel l In Salzwedel wird es ab 28. Januar eine zweite Anlaufstelle des Impfzentrums geben. In zwei Containern am ehemaligen Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) soll es dann möglich sein, wohnortnäher eine Corona-Impfung zu bekommen. Zwischen 60 bis 80 Personen könnten täglich geimpft werden. Immer montags und donnerstags wird ein Team vor Ort sein. Die Logistik mit der komplizierten Lagerung des Impfstoffs erfolgt weiterhin in Gardelegen.

„Das Nadelöhr ist die Impfstoffmenge, die wir zur Verfügung gestellt bekommen“, sagte Landrat Michael Ziche am Donnerstag (14. Januar) bei einer Pressekonferenz am IGZ. 975 Dosen erhält der Kreis pro Woche für Erst- und Zweitimpfung. Bis zum 16. Februar gibt es aktuell keine Termine mehr. Auf dem Online-Portal, wo sie gebucht werden können, ist seit Donnerstag die neue Außenstelle scharf geschaltet. Schon kurz danach seien die ersten Termine vergeben gewesen. Der Landrat hofft, dass es bald mehr Impfstoff gibt, um zunächst die gefährdeten Gruppen damit zu versorgen.

Impfberechtigte gesucht

Da es gerade für ältere und bettlägerige Menschen schwierig ist, zu den Impfzentren zu gelangen, plant der Kreis eine Initiative mit den Gemeinden und den Hausärzten. Dabei sei zunächst wichtig, zu erfassen, wer das Angebot annehmen wolle. „Wir brauchen eine kritische Masse“, so Ziche. Dann könnten in Gebäuden der Kommunen mobile Impfteams tätig werden. Ebenso hätten Hausärzte angeboten, ihre Infrastruktur und Personal zur Verfügung zu stellen. Bei der Logistik setzt der Landrat auf die Feuerwehren oder Rettungsdienste, beispielsweise für den Transport. Die schwierige Terminvergabe würde entfallen. Das werde der Kreis selbst koordinieren, betont Ziche.

Es werden dringend Impfberechtigte, wie Krankenschwestern, Pfleger und Rettungsdienstmitarbeiter gesucht, die sich einbringen. Ein Job der honoriert wird, verspricht der Landrat.

Die Zweitimpfungen beginnen in Pflegeheimen nächste Woche. Wie der Landrat berichtet, ist dort die Bereitschaft, sich immunisieren zu lassen, hoch. Der Durchimpfungsgrad beträgt bei Bewohnern der Heime 80 bis 100 Prozent und auch immer mehr Mitarbeiter lassen sich impfen. Das treffe auch für die Kliniken zu, wo ebenfalls noch Impfaktionen erfolgen. Bis einschließlich 14. Januar haben sich 1604 Menschen im Kreis mit der entsprechenden Priorisierung eine Spritze verabreichen lassen.

Zahl der Todesfälle steigt auf 33

Das Infektionsgeschehen im Altmarkkreis bleibt unterdessen hoch. Mit Stand Donnerstag (14. Januar), 14 Uhr, meldete das Gesundheitsamt des Altmarkkreises 31 Corona-Neuinfektionen. Zudem ist ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu beklagen. Ein 79-Jähriger Mann aus dem Bereich Salzwedel, bei dem zuvor eine Covid-19-Infektion nachgewiesen wurde, ist verstorben, teilt das Presseteam mit.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert ist leicht gesunken, bleibt aber mit 211,61 über der kritischen 200-Marke. Sinkt er bis Montag (18. Januar) nicht wieder, wird es auch in der Westaltmark Mobilitätseinschränkungen mit einem 15-Kilometer-Radius geben. Wie Landrat Michael Ziche vermutet, hängt die hohe Zahl der neuen Fälle mit den Feiertagen zusammen. „Impfen ist derzeit die einzige medizinische Chance, die Corona-Pandemie zu besiegen“, sagte er.