Gardelegen l Nun steht es fest: Das Impfzentrum für den Altmarkkreis befindet sich in Gardelegen. Genau genommen an der Außenstelle der Kreisverwaltung, Philipp-Müller-Straße 18. „Das Objekt stand leer, ist zentral gelegen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar“, begründet Landrat Michael Ziche die Entscheidung. In den letzten Wochen hätten die Handwerker, die derzeit schwer zu bekommen seien, sich mächtig ins Zeug gelegt. Maler- und Sanitärarbeiten, die Heizung auf Vordermann gebracht und 4000 Meter Leitung für den Datenverkehr gelegt, listet der Landrat auf. Summa summarum habe der Kreis 60.000 Euro dafür investiert. Fertig ist es aber noch nicht. Die Einrichtung fehlt noch. Das soll in Kürze nachgeholt werden und Kühl- wie Computertechnik sowie medizinisches Equipment vom Land geliefert werden.

Impfstoff fehlt

Doch noch fehlt der Impfstoff. 13.000 Einheiten sollen wohl erstmal in Sachsen-Anhalt verteilt werden. „Davon sind 3,8 Prozent für den Altmarkkreis“, so Ziche, also rund 500 Einheiten. Und diese würden zuerst Hochrisikopersonen gespritzt. Sprich: Bewohner in Altenheimen sowie medizinisches und Pflegepersonal. Wenn weiterer Impfstoff im Kreis ankommt, seien Menschen, die für die öffentliche Ordnung sorgen, an der Reihe. Also Polizei, Mitarbeiter in Ordnungsämtern aber auch im Gesundheitsamt. Anschließend gehe es zur routinemäßigen Impfung über.

Wer sich, wenn der Impfstoff da ist, in Gardelegen impfen lassen möchte, kann nicht auf blauen Dunst erscheinen. „Es ist eine Anmeldung erforderlich“, erklärt Yves Müller, Leiter des Impfzentrums. Das Anmeldeverfahren werde zentral über die Rufnummer 116117 gesteuert. Diese leitet dann zur Terminvergabe an das Impfzentrum. Später soll dies auch online möglich sein. „Ähnlich wie bei der Kfz-Zulassungsstelle“, so Michael Ziche. Die Vorbereitungen dazu liefen bereits. Unterm Strich würden dann gleich zwei Termine vergeben, da in einem Zeitraum von drei Wochen zweimal gespritzt werden müsse. Wann es konkret losgeht, will der Landkreis noch vermelden.

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80 Menschen am Tag

Im Gebäude selbst stehen zwei Impfstrecken zur Verfügung. Der Landrat geht davon aus, dass etwa 80 Menschen pro Strecke am Tag geimpft werden können. Vorab gilt es, sich dort zu registrieren und Impfgespräche zu führen. Erst dann gibt es die Spritze. „Dazu brauchen wir aber Personal“, so der Landrat. Das medizinische Personal werde von der Kassenärztlichen Vereinigung gesteuert, die administrativen Aufgaben vom Kreis und der Stadt Gardelegen. „Die Impfung selbst obliegt impffähigem Personal, für dessen Zustellung die Bereitschaft des Altmark-Klinikums vorliegt“, so Kreissprecherin Birgit Eurich.

Weil es vermehrt Impfgegner gebe, die teils auch militant seien, werde das gesamte Objekt von einer Sicherheitsfirma und Kameras überwacht. Auch die Polizei werde dort verstärkt Präsenz zeigen, so der Landrat: „Nicht jeder nimmt die Pandemie hin, wie sie existiert. Es gibt Leugner und Impfgegner.“

Nun gelte es abzuwarten, wann der Impfstoff ankomme und geimpft werden könne. „Es gibt dahingehend eine gewisse Dynamik“, so Ziche. Diverse Daten seien im Unlauf.

Trotzdem: „Es ist ein großer Schritt in Richtung Normalität“, sagt der Landrat über die Schaffung des Impfzentrums: „Die Pandemie wird so beherrschbar.“