Salzwedel l „Die Corona-Krise erreicht nunmehr auch den Salzwedeler Wohnungsmarkt“, teilen die beiden Großvermieter in Salzwedel, die Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Salzwedel und die Wohnungsbaugenossenschaft Stadt Salzwedel, mit. In einem gemeinsamen Schreiben richten sie sich an ihre Mieter und bieten Hilfe an.

„Zur Abmilderung der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie hat der Deutsche Bundestag ein Gesetz verabschiedet, wonach Mietern – die nachweislich durch die Corona-Krise in Not geraten sind – für den Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni 2020 nicht wegen ausgefallener Mietzahlungen aufgrund der Covid-19-Pandemie gekündigt werden kann“, erklären die Vermieter in ihrer gemeinsamen Stellungnahme. Die gesetzliche Regelung entbinde die Mieter jedoch nicht von der Pflicht zur Zahlung der Miete, stellen die Vermieter klar.

Bis 2022 Mietschulden begleichen

Würden Mietschulden aufgrund der Pandemie im Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni entstehen, müssten die Mieter später trotzdem ins Portemonnaie greifen. Bis zum 30. Juni 2022 müssten alle Mietschulden beglichen werden. „Mieter müssen im Streitfall glaubhaft machen, dass die Nichtleistung der Miete auf den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie beruht“, heißt es in dem Schreiben. Das Gesetz wirke demnach zeitlich begrenzt und beinhalte die Pflicht, die Miete schlussendlich im Nachhinein zu zahlen.

Dem Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, Christian Märtens, als auch dem Vorstandsvorsitzenden der Wohnungsbaugenossenschaft, Ulrich Meise, sei natürlich bewusst, dass die aktuelle Situation für einige Mieter Herausforderungen hinsichtlich der Zahlung der Miete mit sich bringe. Daher bitten beide Vermieter die betroffenen Mieter ihrer Immobilen, sich rechtzeitig mit dem jeweiligen Unternehmen in Verbindung zu setzen, um eine gemeinsame Lösung zu entwickeln. Das sei postalisch, telefonisch oder auch via Mail möglich. „Die Zahlungen einfach einzustellen, ist hingegen keine geeignete Option“, stellen Christian Märtens und Ulrich Meise klar.

Optimistisch in die Zukunft

Beide Wohnungsunternehmen erwarten durch die derzeit sehr angespannte wirtschaftliche Situation keine kurzfristigen Liquiditätsprobleme durch ausfallende Mietzahlungen, heißt es im Schreiben weiter: „Dies ist unter anderem auch das Resultat einer angemessenen und vorausschauenden Unternehmenspolitik der letzten Jahre.“ Wenn Mieter, Vermieter und Staat an einen Strang ziehen, würden die beiden Unternehmen voraussichtlich ohne größere Schäden durch die Krise kommen, gibt man sich optimistisch.

Beide Wohnungsunternehmen seien sich der besonderen Verantwortung in dieser Situation bewusst und fordern aber gleichzeitig, dass auch der Staat einen von der Wohnungswirtschaft in Deutschland geforderten „Sicher-wohnen-Fonds“ auflegt, um die Leistungsfähigkeit von Mietern und Vermietern in Deutschland kurzfristig zu erhalten und auf Dauer zu wahren.