Salzwedel l Die Initiatoren von drei ganz unterschiedlichen Projekten im Altmarkkreis Salzwedel konnten sich über Förderbescheide freuen. Landrat Michael Ziche (CDU) konnte die Bescheide am Dienstagvormittag im Schülerfreizeitzentrum der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Salzwedel an die Beteiligten übergeben. Die Finanzmittel in einer Gesamthöhe von 14.000 Euro kommen aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“, das vom Altmarkkreis bereits seit 2015 begleitet wird.

Erstmalig profitiert unter anderem der Förderverein der Grundschule Apenburg von dieser Unterstützung. Dort gibt es derzeit keine Schulsozialarbeit mehr, worunter Lehrpersonal und Schüler zu leiden haben, wie Lehrerin Sylvia Milde am Dienstag erklärte. Milde hatte mit Markus Rieseberg einen Schüler zur Übergabe des Bescheides mitgebracht. „Er hat sich diesen Ausflug durch sein großes soziales Engagement in der Schule verdient“, sagte die Lehrerin.

Wie Milde weiter ausführte, gebe es an der Schule, zu dessen Einzugsgebiet auch zwei Kinderheime gehören, vermehrt Probleme mit gewalttätigen Kindern und auch im sprachlichen Umgang miteinander. „Einige Kinder sind emotional und sozial nicht gestärkt“, schätzte Milde ein. Mithilfe einer Schulsozialarbeiterin habe man bis zum Sommer 2018 das Projekt „Von der Wolfs- zur Giraffensprache“ etabliert, dass man fortführen wolle.

Das Schulklima verbessern

Nun hat sich der Förderverein der Schule diesem Thema angenommen und will zur Verbesserung des Schulklimas in einer Projektwoche einen Tanzworkshop ermöglichen. Dieser soll den Mädchen und Jungen vor Ort nicht nur Toleranz und Akzeptanz, sondern auch ein gewaltfreies Miteinander durch das gemeinsame Erarbeiten einer Choreografie vermitteln. Dafür gibt es 900 Euro aus dem Fördertopf.

In diesem Zusammenhang versprach Landrat Michael Ziche, dass man mit der Schule noch einmal das Gespräch zum Thema Schulsozialarbeit besprechen wolle.

Geschichte erlebbar machen

2710 Euro erhielt das Kirchspiel Mieste, vertreten durch Felix Wanzek vom Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP), Stamm Dietrich Bonhoeffer. Die VCP-Gruppe unter Leitung von Gemeindepädagogin Christel Schwerin, die bei der Bescheidübergabe nicht dabei sein konnte, plant derzeit das Projekt „Spurensuche auf dem Weg zur Feldscheune Isenschnibbe“.

Auf einer Wanderung soll vom 11. bis 13. April, wie Felix Wanzek berichtete, der Weg der 2000 entkräfteten KZ-Häftlinge, die 1945 vom Bahnhof in Mieste bis zur Feldscheune Isenschnibbe getrieben wurden, nachgegangen werden. „Das Projekt macht Geschichte erlebbar und trägt einen wichtigen Teil zur Erinnerungskultur in unserer Region bei“, heißt es dazu in einer Mitteilung des Altmarkkreises. Der Landrat bekundete direkt Interesse, an der Wanderung teilzunehmen.

Felix Wanzek hatte zuvor berichtet, dass das Thema der Gräueltaten in Isenschnibbe aus seiner Sicht im Unterricht an den weiterführenden Schulen zu kurz komme. Viele Jugendliche wüssten nur wenig über das Thema. Michael Ziche erinnerte dazu allerdings an die Bürgerpreisträger 2018, die Arbeitsgemeinschaft Stolpersteine am Gardeleger Gymnasium. „Das Thema ist an der Schule sehr präsent“, betonte der Landrat.

Gerecht durchs Jahr

Weitere 10.000 Euro übergab Ziche an den Gastgeber, den Ortsverein der Awo in Salzwedel für „Gerecht durchs Jahr“, das über viele Jahre etablierten FaKiR-Projekt (Fairplay Altmark Kids Respect). Dieses wird mit vielen Akteuren der offenen Jugendarbeit im Altmarkkreis umgesetzt und bietet unter anderem Weiterbildungen, Themenfahrten und ein Erzählcafé, berichtete Heike Krieshammer von der Awo.