Salzwedel l Wie geht es weiter mit der Ruine in der Holzmarktstraße? Diese Frage wird in aller Regelmäßigkeit an die Redaktion herangetragen. Hintergrund: In der Silvesternacht von 2019 auf 2020 ist das ehemalige Antiquitätengeschäft in dem historischen Fachwerkhaus abgebrannt. „Im Ergebnis der Ermittlungen konnte ein technischer Defekt als Brandursache ausgeschlossen werden“, teilte die Polizei zur Brandursache auf Nachfrage mit. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass es sich um Brandstiftung handle.

Nun steht fest: Die Ruine wird abgerissen. „In Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie wurde durch den Altmarkkreis eine Abbruchgenehmigung erteilt“, heißt es aus der Kreisverwaltung.

Instandsetzung lohnt nicht

Das Bauordnungsamt des Kreises als untere Bauaufsichtsbehörde und untere Denkmalschutzbehörde sei aufgrund der Gefahrenabwehr mit dem Eigentümer der Ruine in Kontakt gewesen. In diesem Zusammenhang hätten auch mehrere Ortstermine und Gespräche zum weiteren Vorgehen stattgefunden. „Letztlich musste nach entsprechender Prüfung festgestellt werden, dass eine bloße Instandsetzung wirtschaftlich unzumutbar ist“, teilt Birgit Eurich, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim Altmarkkreis mit. Wie und wann genau gehandelt wird, ist indes noch nicht bekannt.

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Viele Salzwedeler stören sich weiterhin daran, dass der Schutt noch immer auf dem Gehweg liegt. „Selbst wenn das Haus abgebrannt ist, kann man doch trotzdem das Geröll wegschaffen“, ärgert sich eine Leserin gegenüber der Volksstimme. Dies werfe ein schlechtes Licht auf die Stadt, gerade bei den Touristen.

Rathaus bleibt Antwort schuldig

Nach dem Brand wurden vom Hauseigentümer Notsicherungsarbeiten erledigt, in diesem Rahmen wurde die Ruine eingerüstet und der Gehweg gesperrt, heißt es dazu aus dem Salzwedeler Rathaus. „Die Gehwegsperrung erfolgte per Anordnung durch den Altmarkkreis Salzwedel“, erklärt Stadtsprecher Andreas Köhler auch Anfrage. Daher sei der Bereich um das Haus in der Holzmarktstraße als Baustelle ausgeschildert. Offen bleibt trotzdem die Antwort aus dem Rathaus, weshalb der Schutt seit dem 1. Januar auf dem Gehweg liegt. Denn darauf ging der Stadtsprecher trotz expliziter Nachfrage nicht ein. Deshalb kann diese Frage vorerst nicht beantwortet werden.

Andreas Köhler schreibt aber stattdessen, dass der gesamte Bereich bis zum Abriss weiterhin als Baustelle ausgewiesen bleibt. „Die Fußgänger werden durch Beschilderung auf den gegenüberliegenden Gehweg verwiesen“, erläutert der Stadtsprecher.

Offen bleibt weiterhin, wie es in Sachen Böllerverbot in Salzwedel weiter geht. Die Fraktion der Linken hatte dies bereits vor dem Hintergrund angeregt, nicht nur Leib und Leben, sondern auch die historische Fachwerkstadt, das touristische Pfund Salzwedels, vor Bränden zu schützen.