Salzwedel l In diesem Jahr wird es keinen Nysmarkt geben und auch die Lichternacht ist abgesagt. Dazu habe sich die Werbegemeinschaft entschlossen, weil die Effekte für die Händler aufgrund der zu erwartenden Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie verpuffen würden, erklärte der Chef der Werbegemeinschaft Jost Fischer im Hauptausschuss.

Der Nysmarkt würde ohne Fahrgeschäfte und jegliche Kulturbeiträge wie Bühnenprogramme ablaufen müssen. Bei der Lichternacht könnten die Geschäftsinhaber nicht wie sonst üblich, ihre Kunden und Gäste mit Getränken oder Snacks verwöhnen. Auch Gespräche mit der Kundschaft wären nur eingeschränkt möglich. „Dann lieber dieses Jahr gar nicht und dafür nächstes Jahr vernünftig“, sagte Fischer.

Standortfrage diskutiert

Diskutiert wurde auch über den Standort des Weihnachtsmarktes. Die Freie Fraktion hatte einen Antrag gestellt, ihn wieder zurück auf den Marktplatz zu verlegen. Das sei der Wunsch vieler Salzwedeler, begründete Fraktionsmitglied Volker Reinhardt.

Wenn so entschieden werde, ziehe sich die Werbegemeinschaft von der Organisation zurück, entgegnete Fischer. „Dann stehen wir nicht mehr zur Verfügung“, machte er unmissverständlich deutlich. Das habe er schon öfter öffentlich angedeutet und von dieser Meinung weiche er nicht ab. Im Gegensatz zu dem, was die Lokalpolitiker der Freien Fraktion erfahren haben wollen, habe er von vielen Besuchern des Weihnachtsmarktes gehört, dass sie den Standort rund um die hohe Tanne auf dem Rathausturmplatz „super finden“. Das hätten ihm die Standbetreiber erzählt. „Sie haben den Kontakt zu den Kunden und die Leute gefragt, die da waren“, sagte er.

Kleinere Fläche, mehr Gemütlichkeit

Und er begründete auch gleich, warum der weiträumige Marktplatz nicht mehr geeignet ist: „Wir haben viel weniger Beschicker, die Generation der Händler stirbt aus.“ Es werde immer schwerer Geschäftsleute, Gastronomen oder andere Interessenten zu finden, die sich mit einem Stand am Weihnachtsmarkt beteiligen wollen. Die kleinere Fläche des Rathaustrumplatzes und der Breiten Straße sorge für mehr Gemütlichkeit.

Letztendlich wurde der Antrag der Freien Fraktion zur Verlegung des Weihnachtsmarktes von der Mehrheit der Ausschussmitglieder abgelehnt. Ob er überhaupt stattfinden kann, müsse die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie zeigen. Fischer: „Wir müssen sehen was kommt, ganz aufgeben wollen wir ihn noch nicht.“