Chüttlitz l Ganz im Zeichen des 85-jährigen Bestehens der örtlichen Feuerwehr stand das Wochenende in Chüttlitz. Mit einem Ummarsch, einer Einsatzübung, Vorführungen der Jugendwehr und einer Feierstunde würdigten Kameraden und Bürger den runden Geburtstag.

Ein wenig Druck war wohl im Jahr 1933 auch im Spiel, als sich am 31. Dezember 18 Chüttlitzer trafen, um die freiwillige Feuerwehr des Ortes aus der Taufe zu heben. Wäre der formale Akt an diesem Tag ausgeblieben, hätte es eine Pflichtwehr unter staatlicher Leitung gegeben. So wählten die Chüttlitzer mit Reinhold Bierstedt und seinem Stellvertreter Adolf Wilke zwei Männer aus ihrer Mitte, die den Aufbau der Wehr erfolgreich meisterten.

Nächste Generation steht bereit

Schnell wuchs die junge Wehr zu einer schlagkräftigen, verschworenen Truppe zusammen. Die Gründungsväter von damals wären sicherlich stolz, wenn sie sehen könnten, dass viele ihrer Nachfahren ihr Erbe pflegen. So ist mit Carsten Füger der Urenkel des ersten Brandmeisters Reinhold Bierstedt ebenso in den Reihen der Wehr zu finden wie Daniel Zander, Urenkel von Adolf Wilke. Gründungsmitglied Walter Jacobs hat mit Enkel Ralf Hoffmann und Urenkel Paul Hoffmann gleich zwei aktive Nachfahren in der Wehr.

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Und die nächste Generation steht schon bereit, Davon konnten sich die Festbesucher nach dem Ummarsch überzeugen. Zu den Aktiven der Cheiner Jugendwehr gehört Mats Büngel. Obwohl er erst ganze vier Jahre zählt, bewies der Chüttlitzer schon viel Geschick beim Legen einer Schlauchleitung. Damit darf Mats für sich in Anspruch nehmen, aktuell der jüngste Kamerad der Ortswehr zu sein.

Mit Schere und Spreizer

Nach den Kindern stellten die Männer der Wehr ihr Können unter Beweis. Mit Schere und Spreizer zerlegten Chüttlitzer und Seebenauer Wehrmitglieder fachgerecht einen Pkw. Bei der Bergung von Personen aus Unfallfahrzeugen können diese Handgriffe Leben retten.

Die Feierstunde eröffnete der Chüttlitzer Frauenchor. Für die Einladung zum Wehrgeburtstag bedankten sich die Damen nicht nur mit einem Programm, sondern hatten darüber hinaus auch „Löschmittel“ für die Kehle im Gepäck.

Interessante Chronik

Mit der Chronik der Wehr hatte sich Frieder Füger intensiv beschäftigt. Dabei förderte der langjährige Wehrleiter manch interessantes Detail zu Tage. So war die erste Ausstattung der Kameraden eher bescheiden. Eine von Pferden gezogene Handdruckspritze musste reichen. Dafür war die taktische Ausbildung schon damals hervorragend. Mit Schippe und Spaten bekämpften die Chüttlitzer 1934 erfolgreich zwei Moorbrände in Cheine. Die Motorspritze der Salzwedeler musste sich zuvor geschlagen geben.

Stadtwehrleiter Holger Schmidt bedankte sich für die uneigennützige Hilfe der Kameraden und ihren selbstlosen Einsatz für die Allgemeinheit. Dem schloss sich Bürgermeisterin Sabine Blümel an und überreichte Wehrleiter Lutz Rösler einen Umschlag. Dessen Inhalt dient der weiteren Förderung der Kameradschaft. Mit einem stimmungsvollen Abend und dem Frühschoppen im Festzelt ging die Geburtstagsfeier der Wehr zu Ende.