Rockenthin l Von der Idee bis zur Umsetzung ist ziemlich genau ein Jahr vergangen. Damals waren sich die Einwohner von Rockenthin einig, dass ein Spielplatz her muss. „Es gibt viele Kinder im Ort, auch in Andorf und Hestedt“, sagt Ortsbürgermeister Mathias Schulz. Am Sonnabendnachmittag war es soweit. Sehnsüchtig warteten die Jungen und Mädchen darauf, dass das Absperrband endlich abgenommen wird und sie die Spielgeräte ausprobieren können.

Spendenkonto mit 10.000 Euro

Dass sie so ein schönes Areal mit Kletterkombi, Schaukeln, Wippe und vielem mehr bekommen haben, verdanken sie ihren Eltern und Großeltern, die es geschafft haben, ganz ohne Geld der Stadt das Vorhaben umzusetzen. Im Oktober des vergangenen Jahres starteten sie einen Spendenaufruf, nachdem sie ihre Pläne zuvor dem Ortschaftsrat vorgelegt hatten. „Etwa 400 Briefe wurden verschickt“, erzählt Andorf Ortsbürgermeister. Ein Aufwand, der sich gelohnt hat. Im Februar 2019 wies das Spendenkonto einen Stand von 10. 000 Euro auf. Das Projekt kam in Fahrt.

Im nächsten Schritt fragten die Initiatoren die Einwohner, wo sie den Spielplatz am liebsten hätten. Vorgeschlagen waren vier Standorte rings um das Areal am Dorfgemeinschaftshaus, Feuerwehr und Friedhof. Die Mehrheit entschied sich für das Gelände direkt vor dem Dorfhaus.

Dann ging es ans Aussuchen und Beschaffen der Spielgeräte. Dabei gab es Unterstützung von der Verwaltung, zudem waren offizielle Ratsbeschlüsse notwendig. Anfang Juli, als die Spielgeräte geliefert waren, ging es Schlag auf Schlag. Nach den Erdarbeiten wurden sie am 13. Juli aufgestellt. In Beton gegossen und TÜV-gerecht, berichtet der Ortsbürgermeister. Am 17. und 18. Juli standen die fleißigen Helfer vor einem riesigen Berg Sand, den es auf der Fläche unter den Geräten zu verteilen galt. Was den Ortsbürgermeister ganz besonders stolz macht, alles wurde in Eigenleistung erledigt. „Zu den Arbeitseinsätzen standen ungefähr 40 Helfer bereit, auch aus Andorf und Hestedt. Der Spielplatzbau hat uns richtig zusammengeschweißt“, sagt Mathias Schulz.

Bürgermeisterin ist stolz

Diesen ausgeprägten Gemeinschaftssinn lobte auch Bürgermeisterin Sabine Blümel bei der Eröffnung am Sonnabend. „Sie sind ein Paradebeispiel für den Zusammenhalt einer Ortschaft. Ich bin stolz auf Sie “, sagte sie zu den versammelten Gästen. Immerhin ist es der erste Spielplatz in der Einheitgemeinde, der gänzlich aus Spenden und ohne finanzielle Unterstützung der Stadt gebaut wurde, betonte Blümel. Ihr oblag es, gemeinsam mit den Kindern das Absperrband zu durchschneiden.