Bonese l „Wir waren 1947 viele junge Leute im Dorf. Wir hatten kein Moped, kein Handy, kein Internet, aber freie Zeit. Unsere Idee: Wir gründen eine Feuerwehr“, erinnert sich der heute 85-jährige. Doch so einfach sei das ob ihres Alters nicht gewesen. Aber es gab eine Lösung: Die jungen Boneser haben eine Löschgruppe der Freien Deutschen Jugend gegründet. „Das ging“, fügt Hans-Dietrich Schulz hinzu und erzählt: „Wir haben ganz viel mit unserer Tragkraftspritze geübt.“ Der Anhänger, mit dem das Gerät transportiert wurde, sei grün gewesen. „Wir wollten einen roten Anstrich. Der erfolgte in Diesdorf. Da fürs Rückholen kein Trecker zur Verfügung stand, haben wir den Anhänger per Fahrrad und Muskelkraft nach Bonese zurück geholt“, erinnert er sich.

Das Gerätehaus sei zu jener Zeit ein alter Schuppen gewesen, der am Ortsausgang in Richtung Lagendorf in morastiger Umgebung gestanden habe.

Zum Kommandoleiter berufen

Bei einer Übung fiel der junge Hans-Dietrich Schulz, der die Befehle an die Kameraden gab, dem damaligen Kreisbrandmeister Feick auf. „Er hat mich zu sich gebeten und mich zum Kommandoleiter von Bonese berufen“, erinnert sich der 85-Jährige. Er habe viele Lehrgänge besucht, um das Rüstzeug für einen Feuerwehrmann zu erwerben. Und er wurde zum Wehrleiter von Bonese gewählt. In jene Zeit fällt auch der Neubau des Gerätehauses am heutigen Standort. „Wir haben es in vielen freiwilligen Stunden selbst aufgebaut“, blickt der Senior zurück. Im Jahr 1956 sei es eingeweiht worden.

1957 wurde der Boneser zum Abschnittsleiter berufen. „Ich war der Mittler zwischen der Abteilung Feuerwehr und den Wehren vor Ort“, schildert Hans-Dietrich Schulz. Schulungen, Ausbildungen und der Feuerwehrkampfsport seien zu organisieren gewesen, die neuesten Informationen weiterzugeben. Eines war dem Boneser besonders wichtig: „Dass wir auch gemeinsam feiern. Wir haben ein Feuerwehrfest für den ganzen Wirkungsbereich organisiert mit einem richtig schönen Abendessen und Tanz.“ 30 Jahre sei er für den Abschnitt und später für den Wirkungsbereich verantwortlich gewesen. „Eine schöne Zeit. Aber ohne die Unterstützung durch meine Frau Waltraud hätte ich das nicht meistern können“, bedankt er sich. Besonders stolz sei er auf die Medaille für Verdienste im Brandschutz, die im 1979 verliehen worden sei. Dies sei die damals höchste Ehrung im Brandschutz gewesen.

Mit Wasserwagen ins Sperrgebiet

Über einen Ödlandbrand nahe Wiewohl würden die älteren Kameraden immer wieder erzählen. Der Zaun habe zu jener Zeit schon gestanden, sagt Hans-Dietrich Schulz. „Es hat hauptsächlich drüben gebrannt, zog aber immer mehr in unsere Richtung.“ Die Boneser, die das durften, seien mit Trecker und Wasserwagen ins Sperrgebiet gefahren. Da habe er bemerkt, dass die Niedersachsen zu viel Wasser verbrauchten. „Die Grenzer haben mir ein Loch in den Zaun geschnitten. Ich bin durchgeklettert und habe den Kameraden erklärt, wie der Sprühstrahl richtig eingestellt wird. Dann bin ich zurück“, erzählt er.