Salzwedel l Freitag (16. August) war ihr erster Tag in Salzwedel. Am Donnerstag (15. August), zum offiziellen Beginn des neuen Ausbildungsjahres, sind die angehenden staatlich geprüften Wirtschafter mit Schwerpunkt „Ökologischer Landbau“ in Haldensleben begrüßt worden. An der dortigen landwirtschaftlichen Fachschule wird der Bildungsgang verantwortet, in Salzwedel ist er angesiedelt. Und dort freuten sich die Lehrer bereits auf die Neuen.

Nach langjährigen Bemühungen – nicht ohne Querelen – ist es gelungen, die Fachschule zu etablieren und damit die BBS zu stärken. Mit der Begründung „kein Bedarf“ stand das Vorhaben vor einem Jahr noch auf der Kippe.

„Wir sind glücklich und stolz, dass wir jetzt sogar zehn Schüler haben“, sagt Fachbereichsleiterin Sigrun Pawelzik.

Weiterbilden und qualifizieren

Ein Teil derjenigen, die gestern im Halbrund an den Schultischen saßen, sind bereits gestandene Biolandwirte mit eigenen Betrieben. So auch Franziska Klotz, die mit ihrem Partner in Engersen den Riethwiesenhof betreibt. Dort halten sie Hennen für die Bio-Eier-Produktion. Sie will sich weiterbilden und qualifizieren. „Schön, dass es diese Klasse jetzt hier gibt“, sagt sie. Madeleine Jung und Felix Josten haben Umstellungbetriebe. Sie wollen von der konventionellen auf die ökologische Landwirtschaft umsteigen.

Die weiteste Anfahrt hat Ludwig Conradi. Der junge Mann hat in zwei Biobetrieben in Thüringen und Sachsen-Anhalt gelernt. Dann hat er von der Möglichkeit gehört, und nutzt sie, um gleich noch eine Qualifikation zu erreichen. Genau wie andere der neuen Schüler, die gleich nach ihrer Ausbildung die Fachschule besuchen. Dabei werden sie im Schulalltag auf angehende Kollegen treffen. Denn rund 70 junge Leute treten ihre Ausbildung zum Landwirt an.

Start ins neue Jahr hat gut geklappt

Der Start ins neue Ausbildungsjahr ist an der Berufsschule gut gelaufen, stellt die amtierende Schulleiterin Annerose Rohde fest. „Ich bin zufrieden, wir haben wieder jede Menge Lehrlinge“, sagt sie. Die Klassen der Berufsfachschule sind weitgehend voll und im dualen Bereich sieht es ebenfalls gut aus. Sorgenkind ist die Ausbildung zum Tischler, für die es bis jetzt nur sechs Auszubildende gibt. Ähnlich schwach ist die Besetzung bei den Hotelfachleuten mit fünf Lehrlingen und nur zehn junge Leute aus beiden altmärkischen Landkreisen wollen Friseur werden. Genauso viele Interessenten gibt es für eine Lehre zum Koch.

Diese Zahlen müssen aber noch nicht endgültig sein. Denn aus Erfahrung weiß die Schulleiterin, dass einige Betriebe ihre Lehrlinge im September anmelden, weil sie dann erst mit der Ausbildung beginnen. „Da ist immer noch ein bisschen Bewegung drin“, sagt Rohde. Wie viele Schüler letztendlich in den Klassen sitzen, lasse sich erst im Oktober genau sagen.

Sozialpädagogik stark nachgefragt

Offiziell sind es im Vollzeitbereich 522 und im Teilzeitbereich 573, laut Prognose des Landkreises. Besonders nachgefragt ist die Fachschule Sozialpädagogik mit dem Abschluss „Staatlich anerkannter Erzieher“. Die erste Klasse ging im vergangenen Jahr an den Start. Die zweite hat am Donnerstag mit 24 Schülern begonnen. Damit ist die Klasse voll. Weitere Bewerber sind auf eine Warteliste gesetzt worden. Wenn jemand es sich anders überlegt, können sie nachrücken.

Die Berufsfachschule Altenpflege ist mit 16 Plätzen ebenfalls wieder gut angenommen worden. Bei den Altenpflegehelfern sind es sogar 24 Auszubildende und in der Sozialassistenz 28.

Mit Lehrkräften gut aufgestellt

Mit Lehrkräften ist die BBS ebenfalls gut aufgestellt. Drei neue Kollegen haben am 1. August begonnen. Im Oktober wird noch ein Lehrer in der Altenpflege dazu kommen und zwei Bewerbungsgespräche standen noch aus. Größtenteils seien es Seiteneinsteiger, die an der Berufsschule unterrichten wollen. „Fachleute mit einer guten fundierten Ausbildung“, schätzt die Schulleiterin ein. Aber erst im Unterrichtsgeschehen zeige sich, wer sich auch als Lehrer eignet. Zwei Seiteneinsteiger seien wieder ausgestiegen, weil ihnen die pädagogische Ader fehlte.

Bevor sie vor den Klassen stehen, lernen sie in einem „Crashkurs“ das pädagogische und methodische Rüstzeug. In der ersten Zeit steht ihnen eine erfahrene Lehrkraft zur Seite. Denn neben dem Unterricht hätten sie auch Papierkram zu bewältigen, müssen sich mit Gesetzmäßigkeiten vertraut machen. Wer schon einmal unterrichtet, Kurse gegeben oder mit Jugendlichen gearbeitet habe, packe den Einstieg leichter, hat Annerose Rohde festgestellt. Diese Erfahrungen seien meist sehr hilfreich.