Übersicht

Technische Daten:

Modell: Ford Transit

Baujahr: 1968

Kilometerlaufleistung: 26 000

Hubraum: 1668 ccm

Leistung: 47 Kw

Höchstgeschwindigkeit: 80

Feuerwehr-Ausstattung:

B-Schläuche: 5

C-Schläuche: 12

B-Strahlrohr: 1

C-Strahlrohr: 4

Verteiler: 1

A-Saugschlauch: 6

Standrohr: 1

Schlauchbrücke: 2

Pumpe: 1

Rückflussverhinderer: 1

(Für das öffentliche Netz)

Feuerpatschen: 3

(Zum Ausschlagen von Feuer auf Wiesen oder im Wald)

Adapter für Tiefbrunnen: 1

Saugkorb: 1

Kettensäge: 1

Leitern: 2

Handfunkgerät: 1

Rockenthin l Es dauert etwas, bis das Auto anspringt. Florian Brumm von der Freiwilligen Feuerwehr Rockenthin, einem Ortsteil der Hansestadt Salzwedel, versucht, das Fahrzeug der Löschtruppe zu starten. Der Zündschlüssel ist gedreht, der Wagen räuspert sich wie bei einem starken Raucherhusten. Dann ein kleiner Rums, und er springt an.

Eigentlich ausgemustert

„Er braucht immer ein bisschen“, sagt Florian Brumm. Das sei dem Fahrzeug auch gestattet. Immerhin ist es ein Oldtimer Baujahr 1968 – und steht noch immer im Dienst. Dabei wurde der Ford Transit bereits 1991 bei der niedersächsischen Wehr in Lehmke ausgemustert. „Da war er schon 23 Jahre im Dienst“, erzählt Rüdiger Brumm, der sich als Maschinist mit seinem Sohn um das historische Fahrzeug kümmert. Die Freiwillige Feuerwehr Lehmke ist die Partnerwehr der Henninger Löschtruppe, weshalb sie den Westaltmärkern seinerzeit ihr ausrangiertes Fahrzeug schenkten, erklärt Rüdiger Brumm.

Die Rockenthiner Kameraden hatten damals noch kein eigenes Fahrzeug. „Wir hatten vorher einen Anhänger mit Schlauch hinter einen Traktor gehängt. Und die Kameraden sind mit ihren privaten Autos zum Einsatz gefahren“, erinnert sich Rüdiger Brumm. Da konnte die Fahrt zum Einsatz durchaus etwas länger dauern. Das sollte sich 2014 ändern, als die Feuerwehr Henningen den Ford Transit der Rockenthiner Wehr übergab. „Da waren wir endlich mobil“, so Rüdiger Brumm.

Bilder

Einmal in drei Wochen wird der alte Ford Transit bewegt. „Der darf als Oldtimer nicht so lange stehen und braucht Bewegung“, weiß Florian Brumm. Dann wird eine Runde gedreht und das Fahrzeug auf Mängel überprüft. Schließlich muss der historische Wagen einsatzbereit sein, wenn die Sirene im Ort heult oder die Wehr zur Unterstützung angefordert wird.

Auch im Inneren des Fahrzeugs lässt sich das Alter nicht verheimlichen. Das Radio ist aus der Zeit gefallen, Sender werden noch mit viel Gefühl per Hand eingedreht. Die Lüftungseinrichtung kann jeder Grobmotoriker bedienen. Die Geräuschkulisse während der Fahrt verdrängt jeden Ton von außen. Es rappelt, es brummt, es knarzt. Und wenn der überaus durstige Vierzylinder Benzin braucht, muss immer etwas Blei dazu gekippt werden.

Fahrzeug hinterlässt Ölfleck

In Erinnerung bleibt Rüdiger Brumm in jedem Fall ein Einsatz auf der B 71. Die Rockenthiner Kameraden wurden gerufen, um eine Ölspur zu entfernen. „Als wieder fuhren, hatten wir selbst einen Ölfleck hinterlassen.“ Die Gelächter der anderen Kameraden in der Einheitsgemeinde hatte die Wehr damit auf ihrer Seite.

Der alte Ford ist trotzdem mit dem ausgestattet, was ein Feuerwehrfahrzeug seiner Klasse benötigt. Schläuche, Pumpe, Kettensäge: Die Rockenthiner haben alles dabei. Und wenn nicht gerade eine große Steigung dazwischen kommt, geht es mit sechs Kameraden und Tempo 80 zum Einsatz. Nur Wasser führt der Oldtimer nicht, weshalb auch drei Feuerpatschen an Bord sind. Das sind gewissermaßen große Teppichklopfer, mit denen ein kleiner Böschungsbrand ausgeschlagen werden kann.

Mittlerweile weckt der Oldie auch Begehrlichkeiten. „Wir haben gerade die Hauptuntersuchung bestanden“, freut sich Rüdiger Brumm. Als der Sachverständige den Transit sah, habe er der Wehr das Angebot unterbreitet, das Auto zu kaufen, wenn sich ein Ersatzfahrzeug anbahnt.

Auto sorgt für Aufsehen

Apropos Ersatzfahrzeug: Natürlich würde sich die Wehr über ein zeitgemäßeres Feuerwehrauto freuen. Doch irgendwie habe man sich auch an den Oldtimer gewöhnt. Und der Wagen sorge bei jeder Übung mit anderen Brandbekämpfern für Aufsehen.

„Gut, man muss halt viel selbst machen und Arbeit investieren“, so der Maschinist. Auch mal das Getriebe zerlegen. Aber unterm Strich habe der alte Ford noch nie den Dienst quittiert.