Mechau l Zur Untätigkeit verdammt, musste ein Hausbesitzer an der Straße stehend miterleben, wie wenige Meter weiter sein Domizil ein Opfer der Flammen wurde. Zunächst hatte der Mann noch versucht, einige Gegenstände zu retten. Wie Franziska Hotopp von der Salzwedeler Polizei erklärte, verletzte sich der 54-Jährige dabei leicht an der rechten Hand. Rettungskräfte der Johanniter Unfallhilfe aus Arendsee kümmerten sich wenig später darum. Die Feuerwehren der Region wurden am Dienstag kurz vor 19.30 Uhr alarmiert. Das Feuer griff vom Carport/Schuppen aus auf das Wohnhaus über. Nachbarn wurden aufgefordert, vorsichtshalber ebenfalls ihre Häuser zu verlassen. Das Löschen gestaltete sich schwierig, denn die Freiwilligen kamen kaum an das Feuer heran. Es breitete sich in der Zwischendecke sowie im Spitzboden des Hauses aus. Einige Kameraden mussten mit Atemschutzgeräten aktiv werden, die Rauchentwicklung war stark. Der Qualm zog am Kirchturm vorbei und war bereits von weitem sichtbar.

Feuer lodert aus dem oberen Dachbereich

Die Einsatzkräfte suchten immer wieder mit der Wärmebildkamera nach Brandherden. Das Feuer loderte auch aus dem oberen Dachbereich, Ziegel krachten herunter. Gelöscht wurde aus Strahlrohren vom Boden und mit Hilfe des Wendestrahlrohres auf dem Arendseer Tanklöschfahrzeug. Eine Drehleiter war zunächst nicht vor Ort – die Einheitsgemeinde besitzt keine. Es wurde das Fahrzeug aus Salzwedel angefordert.

Die winterlichen Temperaturen kamen am Dienstagabend erschwerend hinzu. Löschwasser gefror auf der angrenzenden Kienstraße. Es wurde sehr glatt. Darum mussten die Freiwilligen nicht nur löschen, sondern zwischendurch auch streuen. Mehrere Stunden wurde versucht, den Schaden einzudämmen. Das Haus ist aber stark beschädigt, viele Einrichtungsgegenstände wurden zerstört.

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Nach ersten Erkenntnissen wird der entstandene Sachschaden auf rund 170 000 Euro geschätzt. Das Einfamilienhaus ist nicht mehr bewohnbar. Der Brandort wurde am Dienstagabend beschlagnahmt und am Mittwoch kriminaltechnisch untersucht. „Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass es sich bei der Brandursache um einen technischen Defekt handeln könnte. Eine vorsätzliche Brandstiftung kann nach ersten Erkenntnissen ausgeschlossen werden“, heißt es im Polizeibericht. Vermutlich löste ein Heizlüfter das Feuer aus. Dieser stand in einem mit dem Carport verbundenen Schuppen.

Bewohner haben Ausweichquartier gefunden

Die Bewohner kommen erstmal bei Freunden unter. Die Stadtverwaltung hatte Hilfe bei der Suche nach einer Unterkunft angeboten. Wie Arendsees Vize-Bürgermeister Michael Niederhausen informierte, war diese Unterstützung nicht nötig.

Die Feuerwehrleute hatten bis weit nach Mitternacht zu tun. Die 54 Einsatzkräfte kamen mit 14 Fahrzeugen aus Mechau, Binde, Kaulitz, Kläden, Arendsee und Salzwedel.