Salzwedel l Das Vorhaben ist in den vergangenen Wochen in den Ortschaften Salzwedels teilweise sehr engagiert diskutiert worden. Es war im Jahr 1998, als der erste gemeinsame Flächennutzungsplan (kurz F-Plan genannt) der Stadt Salzwedel und der Gemeinde Brietz wirksam wurde. Seitdem sind durch Eingemeindungen die F-Pläne Dambecks, Stappenbecks, Chüdens, Wieblitz-Eversdorfs, Seebenaus und Teilpläne von Pretzier und Liesten hinzugekommen. Diese sind zwar gültig, entsprechen aber nicht mehr den heutigen Anforderungen. Für das Mahlsdorfer Gebiet wurde vor ein paar Jahren ein weiterer Teilflächennutzungsplan wirksam. Für Riebau, Klein Gartz, Osterwohle, Henningen, Tylsen, Langenapel und Steinitz gibt es überhaupt keine Flächennutzungspläne.

Leistungsfähigkeit der Stadt steigern

Das, so der erklärte Willen des Stadtrats im Dezember 2014, sollte sich ändern. Schließlich seien Konzepte für Investitionen und eine geordnete städtebauliche Entwicklung notwendig, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt zu verbessern oder zu schaffen. Dazu zählt auch die Stärkung der Infrastruktur und des Verkehrs – allerdings unter Beachtung des demografischen Wandels. Das bezieht sich unter anderem auf die Ausweisung von Baugebieten.

Hintergrund: Die Zahl der Einwohner Salzwedels lag am 31. Dezember 2015 bei 24 410. Salzwedel ist damit zwar die einwohnerreichste Kommune im Altmarkkreis Salzwedel. 1989 lebten allerdings noch 30 506 Menschen im Stadtgebiet. Tendenz weiter fallend, denn die Bevölkerungszahl ist für 2030 mit 20 914 Einwohnern vorausberechnet.

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Weniger junge, mehr ältere Menschen

Mit Blick auf die Alters- und Geschlechterstruktur wird sich der Trend einer immer älter werdenden Gesellschaft voraussichtlich auch künftig fortsetzen. Das heißt konkret: Der Anteil der unter 20-Jährigen geht kontinuierlich zurück, gleichzeitig nimmt der Anteil der mehr als über 65-Jährigen kontinuierlich zu.

In Salzwedel, das weist der F-Plan aus, liegt die Zahl leer stehender Wohnungen über den Niveaus des Altmarkkreises und des Landes Sachsen-Anhalt: Während das Land und der Landkreis einen Wohnungsleerstand von 9,5 beziehungsweise 9,3 Prozent zu verzeichnen hatten, stehen im Stadtgebiet der Hansestadt Salzwedel 10,5 Prozent der Wohnungen leer. Dies erklären die Stadtplaner „insbesondere durch einen hohen Anteil nicht marktfähiger Wohnungsbestände im Stadtgebiet“. Hier gebe es auch 25 Jahre nach der Deutschen Einheit noch zahlreiche Gebäude, die nicht dem aktuellen Standard hinsichtlich Ausstattung, Bauzustand und Energieeffizienz entsprechen. Grundsätzlich strebe die Stadt eine Erhaltung und Sanierung der oft recht alten und ortsbildprägenden Gebäude an, allerdings sei die Einflussnahme auf die Investitionsbereitschaft der Eigentümer ist jedoch begrenzt.

Sollte der Hauptausschuss heute Abend dem Plan zustimmen (die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Hansezimmer des Rathauses), werden sich die zuständigen Gremien in absehbarer Zeit daran machen, den F-Plan in Bebauungsläne umzusetzen. Die Kosten für das umfassende Werk liegen bei rund 163 000 Euro. Die Summe musste die Stadt allerdings nicht alleine aufbringen, sondern erhielt insgesamt Zuschüsse über 80 000 Euro, berichtete Pressesprecher Andreas Köhler auf Anfrage.