Maxdorf l Das ortsansässige Landwirtschaftsunternehmen will in Zusammenarbeit mit einem auf erneuerbare Energien spezialisierten Planungsbüro auf eigenen Flächen im Umfeld von Maxdorf Fotovoltaik-Freiflächenanlagen errichten. Um das Vorhaben zu realisieren, müssen der Flächennutzungsplan der Stadt geändert und ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Die ersten Beschlüsse dazu fasste am Montagabend der Bauausschuss und lehnte beides ab.

Zuvor hatte Bürgermeisterin Sabine Blümel dafür geworben, zuzustimmen. Zunächst gehe es nur um die Aufstellung, danach würden die Anwohner angehört. Ihr liege eine Unterschriftensammlung vor. Dass fast alle Maxdorfer dagegen sind – der Ort hat knapp 60 Einwohner – habe sie beeindruckt. Aber wenn es nur um die Optik und die Größe der Anlage gehe und deswegen ein Projekt von vornherein abgelehnt werde, sei das so nicht akzeptabel.

Als Acker schlecht geeignet

Das sieht auch Ortsbürgermeister Holger Schulz so. Zumal auf den Flächen, auf denen die Anlage errichtet werden soll, der Acker als Anbaufläche nur schlecht geeignet ist. Er habe nur 20 bis 24 Bodenpunkte, was sehr gering sei. Vor allem angesichts der zunehmenden Trockenheit. „Da wächst gerade Hirse, die sollte zwei Meter hoch sein, ist aber gerade mal 20 Zentimeter groß“, machte er gestern im Gespräch mit der Volksstimme deutlich.

Auch ein Kompromissvorschlag, auf Flächen auszuweichen, die weiter in Richtung Mahlsdorf liegen, habe keinen Erfolg gehabt. „Ich habe mit vielen gesprochen und alles versucht, aber ich konnte nicht einen dafür gewinnen“, berichtete der Ortsbürgermeister. Das ganze Dorf sei dagegen. Unter diesen Umständen bitte er darum, „den Leuten die Fotovoltaik-Anlage nicht vor die Nase zu setzen und nicht durchzudrücken.“ Der Plan sollte aus seiner Sicht nicht geändert werden. „Das ist wie eine Bombe“, ergänzte er

Kampferprobte Bürger

Stadtrat Arne Beckmann (Fraktion Land bis Stadt), selbst Maxdorfer, habe ähnliche Gespräche wie der Bürgermeister geführt. Aber es gebe hinsichtlich der Sichtbehinderung deutliche Bedenken bei den Dorfbewohnern. Er schätzte ein, dass eine Anhörung nicht viel bringen würde. „Da braucht sich keiner Zeit zu nehmen für Erklärungen“, schätzte er ein. Wenn das Vorhaben „durchgedrückt werde“, sei mit einer Klage zu rechnen. Die Maxdorfer seien kampferprobt. Sie hätten auch die CO2-Verpressungsanlage in ihrem Ort verhindert.

Die Mehrheit der Ausschuss-Mitglieder stimmte daraufhin gegen die Beschlüsse. Als nächstes Gremium diskutiert der Hauptausschuss darüber.