Solarenergie

Fotovoltaikflächen: Solarenergie ist in der Einheitsgemeinde Arendsee nicht überall gewollt

Es gibt derzeit mehrere Anfragen von Firmen, innerhalb der Einheitsgemeinde Arendsee Fotovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zu errichten. Dies stößt bei Einwohnern auf Kritik.

Von Christian Ziems
Fotovoltaikanlagen gibt es innerhalb der Einheitsgemeinde bereits in Lohne. Weitere Vorhaben sind umstritten.
Fotovoltaikanlagen gibt es innerhalb der Einheitsgemeinde bereits in Lohne. Weitere Vorhaben sind umstritten. Foto: Christian Ziems

Lüge/Arendsee - Die geplante Fotovoltaikanlage auf einer 15 Hektar großen Fläche in der Gemarkung Lüge – hinter dem Ortsausgang in Richtung Störpke – wird nicht gebaut. Zumindest, wenn es nach dem Fleetmarker Ortschaftsrat geht. Das letzte Wort hat der Stadtrat. Die Kommunalpolitiker diskutierten ausführlich über diese Thematik. Solarenergie werde zwar nicht grundsätzlich abgelehnt, aber der Standort sei entscheidend. Und bei der Fläche, die einem Landwirtschaftsbetrieb aus Jeetze gehört, liege der Bodenpunkt bei 40. Und das sei für die Region gut. Der Acker könne darum auch für andere Zwecke wie das Produzieren von Lebensmitteln dienen.

Einwohner kritisieren

Der Entscheidung vorausgegangen war eine Versammlung im Februar direkt in Lüge. Dort ging es teilweise hitzig zu, die anwesenden Einwohner sprachen sich strikt gegen die Fotovoltaik-Pläne auf diesem Standort aus und schlugen stattdessen vor, zum Beispiel Hausdächer zu nutzen. Ortsbürgermeister Jörg Kratz brach die Gespräche damals ab und begründete dies. Es habe sich um eine reine Informations- und keine Diskussionsveranstaltung gehandelt. Er könne den Argumenten der Lüger aber folgen, genauso wie die anderen Ratsmitglieder. Letztendlich soll das Dorf auch nicht gespalten werden, denn der Widerstand ist groß.

Die Einwohner haben, wie im Februar angekündigt, eine Unterschriftenaktion gestartet. Über die daraus resultierende und bei der Einheitsgemeinde Arendsee eingegangene Resolution informierte Bürgermeister Norman Klebe den Fleetmarker am Mittwoch öffentlich. 70 Unterschriften stehen unter dem Schriftstück, dies macht mit Blick auf die Einwohnerzahl etwa 80 Prozent aus. Gefordert wird: Die Lüger wollen grundsätzlich mehr in den Pläne mit einbezogen werden. Zudem wird das im Februar vorgestellte Vorhaben abgelehnt.

Wertverlust bei den Grundstücken befürchtet

Dafür werden mehrere Begründungen genannt. Dazu gehört das Argument, die Fläche besser für die Nahrungsmittelproduktion zu nutzen. Zudem wird befürchtet, die Werte der Grundstücke sowie Häuser in Lüge können sinken. Wie Ratsherr Björn Hartmann betonnte, gibt es in dem Dorf weiter Skepsis. So heißt es: Selbst wenn auch der Stadtrat dagegen ist, würde der Altmarkkreis Salzwedel eventuell trotzdem grünes Licht für das Projekt geben. Dieser Aussage widersprach Norman Klebe und verwies auf das Selbstverwaltungsrecht von Kommunen. Zudem sei folgendes Detail ein ungeschriebenes Gesetz: Der Stadtrat stimmt nicht gegen die Entscheidung eines Ortschaftsrates.

Um mehr Klarheit zu haben, soll beim nächsten Arendseer Bauausschuss über Voraussetzungen für den Bau von Fotovoltaikanlagen gesprochen werden. Als ein Ausschlusskriterium könnten Bodenpunkte dienen.