Genervte Badegäste

Freibad Salzwedel: Das lange Warten auf Einlass

Maximal 440 Personen dürfen sich derzeit gleichzeitig im Salzwedeler Freibad aufhalten. Das sorgt für unzufriedene Gäste, die auf Eintritt warten. Erstmal reingekommen, ist für die Besucher die Welt aber wieder in Ordnung

Von Nayra Fandrich
Es war bereits 16.30 Uhr am Donnerstag. Um 19 Uhr wird das Bad schließen. Trotzdem wartete noch eine meterlange Schlange vor den Toren des Freibads. Die späten Badegäste wollten noch die letzten Sonnenstrahlen genießen und sich in den Schwimmbecken abkühlen.
Es war bereits 16.30 Uhr am Donnerstag. Um 19 Uhr wird das Bad schließen. Trotzdem wartete noch eine meterlange Schlange vor den Toren des Freibads. Die späten Badegäste wollten noch die letzten Sonnenstrahlen genießen und sich in den Schwimmbecken abkühlen. Foto: Nayra Fandrich

Salzwedel - „Das ist eine Schweinerei!“ Janette Wels wartet bereits seit eineinhalb Stunden, um mit ihrer Tochter ins Freibad zu kommen. Durch den Zaun erspäht sie auf dem Gelände noch genügend freie Liegeplätze. Es ist bereits 17 Uhr an diesem Donnerstag. In zwei Stunden wird das Bad schließen. Umdrehen ist keine Option mehr: „Ich hatte es der Kleinen versprochen.“ Und so ergeht es der ganzen Warteschlange vor dem Freibad. Nur schleppend kommt man Schritt für Schritt dem Eingang entgegen. Erst wenn ein Badegast sich dazu entscheidet, dass er genug Sonne getankt hat und das Bad verlässt, darf ein neuer Gast eintreten. Die Maximalanzahl von 440 Personen ist bereits erreicht.

Kürzlich fragte der Salzwedeler Stadtrat Marco Heide (Die Linke) deshalb in einem städtischen Gremium, ob die Stadt sich mit der Luca-App beschäftige. Auch ihm seien die Warteschlangen bis zur Straße nicht entgangen. Bürgermeisterin Sabine Blümel antwortete ihm, dass sich die Stadtverwaltung damit derzeit auseinandersetze und Bedenken mit Blick auf den Datenschutz habe.

Frühzeitig geschlossen wegen Reinigung

Doch hat man es erst mal durch das Tor geschafft, ist das Anstehen auch schon wieder vergessen. Im Bad herrscht ausgelassene Stimmung. Es gibt heiße Pommes vom Kiosk, eine grüne Wiesenlandschaft und eine schöne Abkühlung in den Becken. „Das ist herrlich. Das muss man ausnutzen“, schwärmt Anika Schulz-Wode. Sie genießt das heiße Wetter mit ihren Kindern auf der Wiese. Nur ein Problem plagt die Besucherin. „Wenn man im ersten Moment ins Wasser geht, ist es ziemlich kalt. Aber wenn man erst mal drin ist, ist es eine super Abkühlung.“ Und das soll auch die einzige Sorge im Freibad sein.

Aber nicht bloß die Personenanzahl, auch die Öffnungszeiten sind leider stark begrenzt. Aktuell darf das Bad von 10 Uhr bis 19 Uhr von maximal 440 Personen gleichzeitig besucht werden. Pünktlich um 18.45 Uhr kommt auch schon die Durchsage: „Bitte begeben Sie sich Richtung Ausgang.“ Stadtsprecher Andreas Köhler begründet das mit „regelmäßigen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen“, die durchzuführen seien.

Tipp: Antrag vor dem Besuch ausfüllen

Auch weitere Hygienemaßnahmen werden getroffen. Es gibt Abstandsregelungen, Desinfektionsstationen und in gekennzeichneten Bereichen müsse eine Maske getragen werden. Die Maßnahmen seien vollkommen in Ordnung, so die Badegäste. Andreas Köhler appelliert an die Eigenverantwortung der Badegäste. Durch die Einhaltung der Regelungen solle die Infektionsgefahr möglichst geringgehalten werden.

Im Salzwedel Freibad ist die Stimmung ausgelassen. Familie Schulz-Wode genießt den blauen Himmel und ein kühles Eis am Stiel.
Im Salzwedel Freibad ist die Stimmung ausgelassen. Familie Schulz-Wode genießt den blauen Himmel und ein kühles Eis am Stiel.
Foto: Nayra Fandrich

Der Tipp von Peter Hahn für kürzere Wartezeiten: „Den Antrag schon zu Hause ausfüllen.“ Der Dauergast kann ohne langes Anstehen ins Freibad. Außerdem ist Peter Hahn „sehr zufrieden, dass es überhaupt losgeht“. Er hoffe, dass das auch so bleibt. „Das tut gut. Das tut uns allen gut“, stellt er noch fest.