Diesdorf l Das Plattdeutsche droht immer mehr zu verschwinden. Deshalb lud das Freilichtmuseum Diesdorf am Europäischen Tag der Sprachen zu einer Sonderführung ein, die unter dem Titel „Plattdeutsch als Alltagssprache in der Altmark“ stand.

Die pensionierte Lehrerin Gisela Behrens freute sich über zahlreiche Besucher, schränkte aber ein, dass sie nicht alles auf Platt erzählen könne. Seit fünf Jahren sei sie im Ruhestand. „Es ist das Gleiche wie mit dem Englischen. Wenn man es nicht übt, vergisst man es“, sagte sie. Die Diesdorferin erinnerte an Dr. Georg Schulze, der im Jahr 1911 mit Gleichgesinnten das Freilichtmuseum gegründet habe. Denn er hatte Angst, dass historische Bauweisen aus der Region ebenso verschwinden würden wie auch das Altmärker Platt. „Doktors Voader war mein Geburtshelfer“, warf Friedrich Kayser ein. „Meiner auch“, entgegnete Gisela Behrens. Eine der Stationen war das „Backhuus“ aus Dankensen, das erste Haus, das es im Museum gegeben habe. In jedem der Gebäude erzählte Gisela Behrens eine unterhaltsame Geschichte auf Platt.

Wunsch, Platt zu lernen

Britta Philippsen begründete ihre Teilnahme damit, dass sie seit ein paar Jahren den Wunsch habe, das hiesige Plattdeutsch zu lernen. Ihre Oma wohne in Mecklenburg-Vorpommern und habe ein etwas anderes Platt gesprochen. „Ich interessiere mich für die Mundart, habe sie mit der Zeit von älteren Menschen gelernt“, schilderte Kerstin Weigt. Sie befürchte jedoch, dass das Platt in Vergessenheit gerate, wenn junge Menschen es nicht lernen. In Salzwedel gebe es zwar noch die Mundartgruppe Martin Ehlies, aber sie schrumpfe zusehends, bedauerte Sigrid Scholz, die als Kind das Plattdeutsch ihrer Eltern gut verstehen konnte, aber es selbst nicht gesprochen habe. Jetzt versuche sie, sich an das Vokabular heranzutasten.