Arendsee l Starker Rauch steigt am Sonnabend gegen 21.40 Uhr aus dem Schilf am Arendsee zwischen Amtsfreiheit und Kloster auf. Ein Passant und ein Schwimmer bemerken ihn und informieren umgehend die Leitstelle, die die Arendseer Feuerwehr in die Spur schickt. Doch kein Feuer hat den Qualm verursacht, sondern eine Nebelgranate aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Männer – 37 und 50 Jahre alt – versuchen, mittels einer Decke den Rauch zu ersticken. Dabei verletzt sich einer leicht an der Hand und der andere am Fuß. Außerdem wird ein Schuh in Mitleidenschaft gezogen. Nach einer Begutachtung vor Ort können sie ohne ärztliche Versorgung wieder ihrer Wege gehen.

Bergungsdienst informiert

Die Arendseer Feuerwehr rückt mit zwei Fahrzeugen und elf Einsatzkräften an und löscht die Granate. Aufgrund des niedrigen Wasserstandes des Arendsee ist sie an die Oberfläche gelangt und hat sich selbst entzündet. Später übernimmt der sofort informierte Munitionsbergungsdienst des Technischen Polizeiamtes und sichert die Überreste der Nebelgranate. Der Fundort wird abgesperrt und soll den nächsten Tagen nach weiteren Munitionsteilen untersucht werden, informiert das Polizeirevier Salzwedel.

Ausbreitung befürchtet

Stadtwehrleiter Hans-Jochachim Hinze lobt das engagierte Verhalten der beiden Passanten. Sie haben befürchtet, dass sich ein Feuer auf das inzwischen sehr trockene Schilf ausbreitet und gehandelt. Grundsätzlich sei aber gerade bei Fundmunition und anderen Kampfmitteln äußerste Vorsicht geboten, warnt der Wehrchef. Schon mit dem Wählen der Notrufnummer 112 leiste jeder, der ein Feuer oder Rauchentwicklung entdeckt, einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Bränden, sagt er.

Kriegshinterlassenschaften, die aufgrund des niedrigen Wasserspiegels des Sees häufiger zutage treten, sollten nicht berührt oder bewegt werden. Sie zu entfernen obliegt den Experten, betont der Wehrleiter.