Salzwedel l Autos, die dicht an dicht stehen und die Einfahrt blockieren – und Kinder, die sich zwischen den Pkw ihren Weg in das Schulgebäude bahnen müssen: An vielen Schulen der Hansestadt spielen sich morgens die gleichen Szenen ab. Zahlreiche Schüler werden morgens zur gleichen Zeit gegen 7 Uhr zum Unterricht chauffiert – und zum Unterrichtsschluss wieder abgeholt.

Besonders problematisch ist die Situation vor dem Jahngymnasium. Zu Staus und Verkehrsbehinderungen kommt es dort schon seit mehreren Jahren. „Besonders schlimm ist es dienstags und freitags um 13 Uhr. Dann hat ein Großteil der Schüler Unterrichtsschluss“, erklärt Schulleiter Ralf Hoppstock. Eltern würden direkt vor der Schule in zweiter und dritter Reihe parken und damit den fließenden Verkehr stark behindern. „Manche Eltern haben offensichtlich Probleme damit, dass ihre Kinder 100 oder 200 Metern zu Fuß zur Schule gehen. Denn es gibt im Umkreis genug Parkmöglichkeiten“, so Ralf Hoppstock.

Appell an Vernunft der Eltern

Auch die Polizei habe vor Ort bereits kontrolliert. Doch genau zu diesem Zeitpunkt sei das Verkehrsaufkommen geringer als normal gewesen. „Wir können immer wieder nur an die Vernunft der Eltern appellieren. Denn durch das Abholen direkt vor dem Schulgebäude sorgen sie für gefährliche Situationen“, sagt der Schulleiter. So habe er mehrfach beobachtet, dass Kinder auch auf der Fahrbahnseite einsteigen würden. Fußgänger, Schüler und Lehrer, die mit dem Fahrrad unterwegs sind und Autos der Eltern sowie der Durchgangsverkehr, das seien einfach zu viele Verkehrsteilnehmer auf einmal.

Angela Ritter-Hundt, Leiterin der Perver-Grundschule, berichtet von „Elterntaxis“, die oft Lehrerparkplätze belegen. Ansonsten werde aber schon darauf geachtet, das Chaos zu verringern. „Die Eltern werden klar angewiesen, wo geparkt werden darf“, sagt Angela Ritter-Hundt.

Auch vor der Lessing-Grundschule herrscht nach Volksstimme-Informationen zu Rush-Hour-Zeiten ein großes Durcheinander. Lehrer und Angestellte müssten pünktlich um 7 Uhr schon an der Schule sein, um noch „vernünftig parken zu können“. Oft sei die Einfahrt komplett von Autos zugestellt.

Vor der Grundschule Jenny Marx geht es ebenfalls chaotisch zu. Auch dort behindern die sogenannten „Elterntaxis“ regelmäßig den Verkehr.

Trend der Elterntaxis hält an

Der Trend, Schulkinder mit dem eigenen Fahrzeug bis vor die „Klassentür“ zu bringen, halte im gesamten Altmarkkreis nach wie vor an, berichtet Gerd Schönfeld, Pressebeauftragter des Polizeireviers Altmarkkreis Salzwedel auf Anfrage der Volksstimme. Deshalb kontrolliere die Polizei derzeit besonders häufig die Geschwindigkeit vor den Schulen. „Alle eingesetzten Kräfte berichteten über Verstöße gegen das Park- oder Halteverbot von privaten Kraftfahrzeugen vor Schulen. Vor der Jenny-Marx-Grundschule gab es am 14. August sogar einen Rotlichtverstoß an einem Fußgängerüberweg“, sagt Gerd Schönfeld.

Die Probleme mit „Elterntaxis“ wurden auch im Salzwedeler Stadtrat angesprochen. Eine Lösung ist nicht in Sicht.