Salzwedel l Schock für einen professionellen Putenhalter im Raum Arendsee: Wie erst jetzt bekannt wurde, fand er bereits am ersten Adventswochenende in seinen Ställen plötzlich und ohne vorherige Krankheitsanzeichen massenhaft tote Tiere vor. Wie das Veterinäramt des Altmarkkreises Salzwedel mitteilt, soll es sich um mehrere Tausend Puten handeln.

Zusätzliche Proben

Da lag der Gedanke an die Geflügelpest nahe, die im Norden Deutschlands grassiert. Der Tierarzt, der den Bestand betreut, leitete sofort Untersuchungen dahingehend ein. „Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt hat zusätzlich amtliche Proben von lebenden und bereits verendeten Tieren genommen und diese im Landesamt für Verbraucherschutz untersuchen lassen“, erklärt Kreissprecherin Birgit Eurich.

Zumindest was die Tierseuche anbelangt, kann inzwischen Entwarnung gegeben werden. „Nach bisherigen Erkenntnissen kann eine Infektion mit Geflügelpestviren ausgeschlossen werden“, erklärt die Kreissprecherin. Doch woran sind die Puten verendet? Das sei noch völlig unklar, sagt Tierarzt Ramón Rulff vom Veterinäramt auf Anfrage der Volksstimme. Aufgrund des unvermittelten Auftretens und erster Befunde gehen die Veterinäre von einer Vergiftung aus. Wie das Toxin in die Ställe gelangt ist, werde derzeit ermittelt. Infrage kämen beispielsweise Futter, Tränkwasser oder Einstreu. Auch eine technische Ursache oder pathologische Gründe seien denkbar. Es sind Proben entnommen worden. Die Ergebnisse der eingeleiteten Untersuchungen stehen noch aus.

Überlebende wohl auf

Den Tieren, die überlebt haben, gehe es gut, sie hätten sich erholt. Ein Hinweis darauf, dass es sich um ein einmaliges Ereignis gehandelt habe. „Von einem Tag auf den anderen extrem hohe Verluste“, sagt der Tierarzt.

Für den Betrieb ist das eine Katastrophe. Die Branche ist in der Corona-Krise ohnehin gebeutelt und von einem Preisverfall betroffen. Der Inhaber der betreffenden Putenhaltung wollte sich auf Anfrage der Volksstimme nicht zu dem Geschehen äußern.

Bei Verlusten Amt informieren

Die Amtsveterinäre appellieren in dem Zusammenhang an alle Geflügelhalter, sobald in ihren Beständen oder Ställen innerhalb von 24 Stunden erhöhte Verluste auftreten oder es zu einer Abnahme der üblichen Legeleistung kommt, ihre Tiere unverzüglich von einen Tierarzt auf eine Infektion mit der Geflügelpest untersuchen zu lassen. Das gilt in Beständen von mehr als 100 Tieren, wenn drei Prozent der Tiere betroffen sind. Wer weniger als 100 Tiere hält, sollte bei zwei Prozent Todesfällen reagieren.

Bei Auffälligkeiten, die den Ausbruch einer Tierseuche vermuten lassen, sind Geflügelhalter zudem verpflichtet, unverzüglich das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu informieren.

Das Amt ist unter der Nummer 03901/84  04  16 wie folgt zu erreichen: Montag bis Donnerstag: 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr, Freitag: 7.30 Uhr bis 12:00 Uhr. Außerhalb der Sprechzeiten kann die Notrufnummer 112 der Rettungsleitstelle gewählt werden.