Salzwedel l Die Offene Bühne im Hanseat ist immer ein Garant für ein volles Haus. Allerdings nicht so am Sonnabend. Das Publikum glänzte an diesem Abend mit Abwesenheit. Während auf der Bühne die Gardelegener Band Planet RoXter im wahrsten Sinne rockte, als gäbe es kein Morgen mehr, waren die Jungs vom Offenen Kanal, die das Konzert aufnahmen, die zahlenmäßig stärkste Fraktion. Die Konzertbesucher dagegen konnte man an einer Hand abzählen.

Tino Gutsche an der Gitarre und Mikrofon, Bassist Matthias Blum, Gitarristin Anna Mariá Thót und Schlagzeuger Steven Krüger ließen sich davon nicht demotivieren und präsentierten „Keine halben Sachen.“ Denn das ist schließlich auch der Titel eines ihrer Songs, den sie nach Salzwedel mitgebracht hatten.

Guter Rock auf Deutsch

Sie boten handwerkliches Können und Texte in deutscher Sprache. Beim zweiten Teil des Konzertes verdoppelte sich zwar die Besucherzahl, erreichte aber doch nur einen niedrigen zweistelligen Wert.

Umso mehr verwunderlich, weil bei der Berliner Indie-Rock-Band JaaRi mit Maik Bzdziuch auch ein ehemaliger Salzwedeler an den Drums sitzt und den Rhythmus vorgibt. Die Altmärker waren offenbar komplett desinteressiert – eine Haltung die man im Hanseat-Team nicht nachvollziehen konnte.

Einer der Einlasser hatte es bei einer ähnlich schlecht besuchten Veranstaltung vor kurzem bereits auf den Punkt gebracht: „Wenn der letzte Club geschlossen hat und der letzte Künstler von der Bühne abgetreten ist, wird auch der Letzte merken, dass man geile Atmosphäre nicht runterladen kann. Und dann weinen die am lautesten, die nie hier gewesen waren.“

Warum schlechter Besuch?

Auch Sonnabend konnte keiner der Organisatoren sagen, warum das Konzert so schlecht besucht war. Am Preis konnte es nicht liegen, denn für fünf Euro gab es Musik von zwei recht unterschiedlichen Bands.

Auch die Qualität der Musik konnte nicht der Grund gewesen sein. Möglicherweise, so die Veranstalter, könnten Parallelveranstaltungen in der Region die Besucher zu anderen Orten gelockt haben.

Das Team vom Hanseat hofft nun bei seinen nächsten Veranstaltungen auf einen größeren Publikumszuspruch.

Zum Vorbeikommen gibt es in dieser Woche dann auch gleich zwei Möglichkeiten. Am Donnerstag, 11. April, findet ab 19 Uhr eine Lesung unter dem Motto „Verbockt!“ statt. Markus Bock spricht über Depressionen und Suizidgedanken – ein Tatsachenbericht.

Techno-Dust heißt die Mucke, die am Sonnabend, 13. April, ab 22.30 Uhr stattfindet.